Welche Ziele hat Volt? / Wenn die Stadt ihren Job macht

Psychische Gesundheit

Psychische Erkrankungen gehören zu den größten gesundheitlichen Problemen unserer Zeit. Betroffen sind jedes Jahr rund 28 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland. Besonders in Städten wie Frankfurt ist das Risiko hoch. Gründe sind soziale Belastungen wie Arbeitslosigkeit, Diskriminierung oder Armut, städtische Faktoren wie Lärm, Enge, Umweltverschmutzung und ein anonymes Umfeld sowie soziale Ungleichheiten.

Gleichzeitig bieten Städte bessere Zugänge zu Gesundheit, Bildung und Kultur – diese Chancen reichen jedoch nicht aus, um die Belastungen auszugleichen. Frankfurt trägt daher eine besondere Verantwortung, die psychische Gesundheit ihrer Bevölkerung aktiv zu fördern. Dafür wollen wir niedrigschwellige Angebote schaffen und eine frühzeitige Erkennung ermöglichen. Dazu gehören der Aufbau von gemeinschaftsbasierten Gesundheits- und Beratungszentren, die Einführung einer 24/7 Krisenaufnahme in Zusammenarbeit mit bestehenden Projekten wie „FraPPE“ sowie ergänzend, sofern medizinisch vertretbar, digitale Angebote wie Selbsttests und Beratungsplattformen, besonders für junge Menschen und Studierende.

FraPPE

In dem vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten „Frankfurter Projekt zur Prävention von Suiziden mittels Evidenz-basierter Maßnahmen (FraPPE)“ wird ein auf Evidenzbasierten Methoden aufbauendes Programm zur Suizidprävention evaluiert. Untersucht wird die Effektivität eines Maßnahmenpakets bezüglich einer Reduktion suizidalen Verhaltens. Ziel ist die Senkung von Suiziden und Suizidversuchen innerhalb der dreijährigen Projektlaufzeit.

Wir fördern gezielte strukturelle Maßnahmen wie den Ausbau der kommunalen Koordinationsstelle für psychische Gesundheit beim Gesundheitsamt. Wir wollen eine Einbeziehung von Betroffenen in die Gestaltung von Programmen, Anti-Stigma-Kampagnen und Förderung von Gesundheitskompetenz in Schulen, Vereinen, sowie Betrieben. Darüber hinaus sind wir für die Einführung von „Mental Health Days“ auf lokaler Ebene und regelmäßige Datenerhebungen zur psychischen Gesundheit in Frankfurt.

Wir machen uns stark für die Unterstützung vulnerabler Gruppen, wie zum Beispiel obdachlosen Menschen, durchden Ausbau von “Housing-First”-Projekten mit sehr wichtiger psychologischer Betreuung. Frauen nach der Geburt sollen kostenfreie Screenings auf postnatale Depression erhalten. Alleinerziehende sollen stärker unterstützt werden, unter anderem durch den Ausbau von Beratungs- und Kinderbetreuungsangeboten. Für Kinder und Jugendliche sind Mental Health Coaches an Schulen und Jugendhäusern sowie die Verankerung von Mental Health im Lehrplan vorgesehen. Senior*innen sollen von mehr Begegnungsorten gegen Einsamkeit profitieren, etwa durch Mehrgenerationencafés.

Für Menschen mit Migrationshintergrund setzen wir auf kultursensible Beratung, mehrsprachige Informationen und Integrationslots*innen mit psychologischem Grundtraining. Durch Maßnahmen in der Stadtgestaltung kann die psychische Gesundheit verbessert werden. Dazu wollen wir die Umwandlung versiegelter Flächen in Grünräume wie “Pocket Parks” ermöglichen, Straßen und Plätze für Begegnung schaffen, naturpädagogische Gesundheitswege in Parks bauen und Community-Projekte wie urbane Gärten (z. B. “GemüseheldInnen Frankfurt”) stärken.

Best Practice: Triester Modell

Das sogenannte “Triester Modell” gilt europaweit als Vorbild für eine moderne und gemeindenahe psychiatrische Versorgung.

Im Mittelpunkt steht nicht die Krankheit, sondern der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen. Ziel ist es, die psychische Gesundheit ganzheitlich zu fördern und soziale Teilhabe zu sichern.

Ein zentrales Element davon ist das „personalisierte Projekt“: Statt ausschließlich medizinische Behandlungen zu finanzieren, werden auch Mittel für Ausbildung, Wohnen oder Unterstützung bei der Arbeitssuche bereitgestellt. Damit wird Genesung nicht nur medizinisch, sondern auch sozial und wirtschaftlich verstanden.

Die Versorgung findet in “Community Mental Health Centres” (CMHCs) statt, die in Wohnhäusern untergebracht und rund um die Uhr geöffnet sind. Sie haben nur wenige Betten, sind leicht zugänglich und verstehen ihre Nutzer*innen grundsätzlich nicht als „Patient*innen“, sondern als „Gäste“. Parallel dazu tragen Öffentlichkeitskampagnen bei, Vorurteile abzubauen und Akzeptanz zu schaffen.

Die 5+1 Heraus­forderungen

Volt hat 5+1 grundlegende Herausforderungen definiert, die in jedem europäischen Land und in Europa als Ganzes in Angriff genommen werden müssen.

Warum 5 + 1 Herausforderungen?

Die 5 Herausforderungen sind im Grunde für jedes Land die gleichen, aber ihre Umsetzung kann auf nationaler Ebene angepasst werden, um den lokalen Gegebenheiten Rechnung zu tragen.

Die Herausforderung Nr. 1 - unser Vorschlag zur Reform und Stärkung der EU - ist in allen unseren nationalen Programmen identisch.

Programme und Positionen von Volt Deutschland
  • 01

    Ein intelligenter Staat

    Bildung und Digitalisierung sind Schlüsselelemente des 21. Jahrhunderts.

  • 02

    Wirtschaftliche Renaissance

    Eine innovative Wirtschaft ist der Motor für den Fortschritt der Gesellschaft.

  • 03

    Soziale Gleichberechtigung

    Niemand sollte zurückgelassen werden - ungeachtet von Geschlecht, Einkommen, Religion oder Herkunft.

  • 04

    Für globalen Ausgleich

    Europa muss seiner Verantwortung in der Welt zur Sicherung unserer gemeinsamen Zukunft gerecht werden.

  • 05

    Politisch aktive Bürgerschaft

    Die europäischen Bürger*innen müssen dazu in der Lage sein, fundierte politische Entscheidungen zu treffen, selbstständig über Wahlen hinaus Einfluss auf die Politik zu nehmen und ihre demokratischen Rechte auszuüben.

  • +1

    EU Reform

    Wir lieben die EU - das heißt aber nicht, dass es keinen Raum für Verbesserungen gibt.