Frankfurter Weg
Der Frankfurter Weg hat national und auch international Maßstäbe gesetzt. Mit Drogenkonsumräumen ist es in weiten Teilen gelungen, intravenösen Drogenkonsum von der Straße in spezielle, medizinisch begleitete Räume zu verlegen. Wir möchten an diesem Konzept festhalten, müssen es jedoch weiterentwickelt. Denn neue Konsummuster stellen unsere Stadt vor große Herausforderungen.
Bei „Crack“, beispielsweise, ist der Suchtdruck so groß, dass die Abhängigen es sofort dort konsumieren, wo sie es kaufen – auf der Straße. Hier können wir von zwei unserer europäischen Nachbarstädte, Zürich und Basel, lernen. Diese stellen in ihren Konsumräumen Crack-Rauchplätze zur Verfügung und erlauben dort den Mikrohandel damit. Die Abhängigen konsumieren deshalb ihre Drogen nicht mehr auf der Straße, sondern in den Räumen. Das bedeutet mehr Sicherheit für die Abhängigen und weniger Konflikte im Viertel für die umliegende Bevölkerung.
Nach diesem Vorbild wollen wir den Mikrohandel auch in Frankfurter Drogenkonsumräumen ermöglichen. Außerdem hilft das sogenannte “Drug-Checking”, Leben zu retten. Abhängige erfahren dabei, wie die Substanzen, die sie konsumieren, zusammengesetzt sind. In Berlin besteht das Konzept bereits seit 2023 und verhindert erfolgreich Überdosierungen sowie die daraus resultierenden Einsätze der Rettungskräfte. Auch das soll es in Frankfurt geben. Wir setzen uns auf Landesebene dafür ein, dass die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden.
Best Practice: Zürcher Weg
Zürich zeigt, wie durch konsequente, koordinierte Maßnahmen, der offenen Drogenhandel und -konsum nachhaltig eingedämmt werden kann. Nach Jahrzehnten massiver Drogenprobleme entwickelte die Stadt in den 90ern das Vier-Säulen-Modell aus Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression. Im Mittelpunkt steht eine klare Null-Toleranz-Strategie gegenüber öffentlichem Drogenhandel, kombiniert mit gezielter sozialer und medizinischer Unterstützung. In den Konsumräumen wird der Mikrohandel in einem kontrollierten Umfeld toleriert. So verlagert sich der Handel aus dem öffentlichen Raum, in sichere, betreute Strukturen. Bedürftige erhalten Zugang zu Beratung und medizinischer Hilfe.