Ernährungspolitik
Volt setzt sich für eine ganzheitliche, kommunale Ernährungspolitik ein, die Gesundheit, Nachhaltigkeit und soziale Teilhabe vereint. Wir wollen regionale Landwirtschaft stärken, ökologische Prinzipien fördern und faire Chancen für kleine Erzeuger schaffen. Frankfurt soll ein Vorbild für eine resiliente und klimafreundliche sowie gerechte und transparente Ernährung werden.
Wir wollen die Schul- und Kitaverpflegung reformieren, indem wir die Infrastruktur ausbauen. Jede Schule sollte über eine eigene Küche verfügen, um die Ganztagsbetreuung umzusetzen. Ergänzend möchten wir die Rekommunalisierung prüfen. Eine Machbarkeitsstudie soll dazu die Grundlage für eine städtische Trägerschaft der Schulverpflegung und dauerhafte Partnerschaften mit regionalen Betrieben schaffen.
Es sollen faire Vergabeprozesse eingeführt werden, indem Ausschreibungen so gestaltet werden, dass kleine und regionale Caterer, sowie Caterer mit innovativen Konzepten leichter teilnehmen können, dies inkludiert auch Beratungsangebote.
Wir wollen die Ernährungsbildung durch die Einführung von Ernährungsscouts oder Ernährungsfachkräften an Schulen stärken. Diese sorgen für Qualitätssicherung, Wissensvermittlung und Schüler*innenbeteiligung. Zudem wollen wir eine unabhängige Prüfinstanz für “DGE-Qualitätsstandards” etablieren, um die Qualitätskontrolle zu professionalisieren. Caterer sollen außerdem Essensreste systematisch erfassen und auswerten, um daraus Verbesserungen abzuleiten, um Lebensmittelabfälle zu senken.
Wir brauchen eine funktionierende kommunale Ernährungsstrategie. Dazu werden wir eine Strategie mit dem Ernährungsrat erarbeiten, die im Einklang mit dem „Milan Urban Food Policy Pact“ steht.
Best Practice: Milan Urban Food Policy Pact
Der Milan Urban Food Policy Pact ist eine internationale Vereinbarung zwischen Städten, die sich dazu verpflichtet haben, nachhaltige Ernährungssysteme zu entwickeln, die inklusiv, widerstandsfähig, sicher und vielfältig sind. Hauptziel ist es, eine dauerhafte Plattform für den Austausch von Wissen, bewährten Praktiken und Kapazitätsaufbau unter den unterzeichnenden Städten zu schaffen. Frankfurt am Main ist der Vereinbarung bereits 2018 beigetreten.
Volt möchte eine Koordinierungsstelle schaffen, die ressortübergreifend arbeitet und Anlaufstelle für Bürger*innen, Verwaltung und Unternehmen ist. Wir fördern den vorrangigen Einsatz lokaler Produkte in Schulen, Kitas, Kantinen und städtischen Einrichtungen.
Die lokale Landwirtschaft braucht Unterstützung. Volt wird deshalb die Stadtrandflächen schützen, damit sie für die ökologische, regenerative Landwirtschaft genutzt werden. Zudem wollen wir Flächenversiegelung zugunsten von Biodiversität, Klimaanpassung und schließlich lokaler Lebensmittelerzeugung reduzieren. Wir bauen unsere lokale, urbane Ernährungskultur aus. Dazu werden wir “Urban Gardening” und den Anbau von Obstbäumen auf öffentlichen Flächen und an Schulen fördern und Angebote zur Wissensvermittlung schaffen. Wir wollen auch Plattformen mit dem Thema Ernährung fördern und unterstützen. Wir werden Gemeinschaftsküchen fördern, diese sind in Quartieren, Stadtteilen und Bildungszentren Orte für Teilhabe, Begegnung und Bildungsarbeit.
Durch eine Reform der Wochenmärkte wollen wir Anreize für nachhaltige und plastikfreie Anbieter regional produzierter Waren schaffen und so zu einem sauberen, lebenswerten Frankfurt beitragen.
Best Practice: Din trädgård runt hörnet
Die Initiative „Dein Garten um die Ecke“, in der Stadt Göteborg, Schweden, besteht aus rund 45 Gartenvereinen. Sie pachtet Flächen in verschiedenen Stadtteilen, die landwirtschaftlich von den Mitglieder genutzt werden. Das Ganze ist Teil der Bestrebung gemeinschaftliche Projekte zu fördern, die die Bevölkerung zur Gründung von Erzeugergemeinschaften zu ermutigen und in der eigenen Region selbst anzubauen.