Superblocks
Lebenswerter Raum in den Quartieren der Stadt kann ebenfalls durch Neugestaltung entstehen.
Volt hat das Konzept “Superblocks” in Frankfurt maßgeblich vorangetrieben und setzt sich weiterhin für eine schnellstmögliche Umsetzung ein. Superblocks zielen darauf ab, den Autoverkehr innerhalb von Quartieren zu reduzieren, indem der Durchgangsverkehr durch bauliche Maßnahmen eingeschränkt und auf den Hauptstraßen um den Superblock herum gebündelt wird. Der Fuß- und Radverkehr bekommt Vorrang. Der gezielte Zugang für Autos und Lieferverkehr in den Superblocks bleibt in reduzierter Geschwindigkeit erhalten. So entstehen sichere, verkehrsberuhigte Bereiche mit mehr Platz für Sitz- und Begegnungsmöglichkeiten sowie Sportflächen und Begrünung.
Der Masterplan Mobilität sieht eine autoarme Quartiersgestaltung und Priorisierung des Umweltverbunds vor. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss bereits Anfang 2024 die Einführung von drei Superblocks. Die Umsetzung verzögert sich jedoch wegen vermeintlich fehlender Ressourcen für Planung und Beteiligung der Bürger*innen, obwohl genau dafür bereits Gelder im Haushalt 2023 eingeplant wurden. Für Herbst 2025 wurden Planergespräche mit lokalen Gremien und Initiativen in Bockenheim eingeplant, außerdem soll die Auswertung der Verkehrszählung abgeschlossen sein. Wir setzen uns dafür ein, dass die vergleichsweise kostengünstige, aber sehr wirkungsvolle Umsetzung der geplanten Superblocks mit hoher Priorität vorangetrieben wird.
Die Herausforderungen liegen in der individuellen Planung, der Kommunikation mit Bewohner*innen und Gewerbetreibenden sowie der Berücksichtigung von Befürchtungen. Ein „One-Size-Fits-All“-Ansatz ist nicht möglich, da die Bedürfnisse vor Ort unterschiedlich sind.
Best Practice: Superilles
In Barcelona haben die Superblocks – auf Katalanisch „Superilles“ – seit 2016 den öffentlichen Raum in mehreren Quartieren neu gestaltet, indem der Durchgangsverkehr stark eingeschränkt und Fußgängerinnen, Radfahrende sowie Aufenthaltsflächen priorisiert wurden. Dies führte zu einer deutlichen Reduzierung von Autoverkehr, Lärm und Luftverschmutzung.
Innerhalb der Superilles wurden Straßen in Grünflächen, Plätze, Spielzonen und Sitzgelegenheiten umgewandelt, was die Aufenthaltsqualität für Anwohner*innen und Besucher*innen spürbar steigerte. Die niedrigere Geschwindigkeit für den verbleibenden Verkehr erhöhte die Sicherheit im Quartier erheblich. Die neu gestalteten Bereiche förderten Begegnungen, Gemeinschaft und eine stärkere Identifikation der Bewohner*innen mit ihrem Viertel. Umweltaspekte wie Stadtklima und Biodiversität profitieren ebenfalls von den zusätzlichen Grünflächen.