Welche Ziele hat Volt? / Verantwortung nach innen und außen

Klimawandel

Der Klimawandel trifft unsere Großstadt besonders stark, denn längere, intensivere Hitzewellen, Trockenperioden und Extremwetter stellen Frankfurt vor enorme Herausforderungen.

Volt setzt sich dafür ein, dass Frankfurt am Main klimaresilient wird und auch in Zukunft lebenswert bleibt. Dafür setzen wir auf innovative Ideen, konsequentes Handeln und echte Bürger*innenbeteiligung. Gleichzeitig schauen wir auch auf internationale Vorbilder und die Erfahrungen unserer europäischen „Klimazwillinge“, um unsere Stadt fit für die Zukunft zu machen.

Unsere Vision einer Entsiegelung und Begrünung ist die Umsetzung der sogenannten “3-30-300-Regel”. Dies bedeutet, dass mindestens drei Bäume von jedem Ort aus im Blick sind, mindestens 30 % Baumkronenbedeckung im Quartier vorhanden ist und maximal 300 Meter bis zur nächsten Grünfläche zurückzulegen sind. Dafür wollen wir Grünanlagen naturnäher gestalten und Flächen entsiegeln. Supermarktparkplätze und versiegelte Restflächen werden geprüft und nach Möglichkeit begrünt.

Innovative Lösungen wie begrünte Netze oder “Miyawaki-Wälder” sollen vermehrt zum Einsatz kommen. Das sind kleine Mischwälder, deren besonderer Vorteil ist, dass sie sich auf sehr kleinräumigen Flächen errichten lassen. Diese Wälder entstehen zudem innerhalb von nur drei Jahren, danach sind sie komplett autark. Bei der Errichtung bestehen außerdem Mitwirkungsmöglichkeiten für Schüler*innen und Freiwillige, die die Natur in der Stadt neu erleben können. Wir machen uns dafür stark, dass auch Frankfurt mehrere Miyawaki-Wälder innerhalb der Stadt errichtet und dabei für eine ausgewogene Mischkultur sorgt.

Besonders sensible Orte wie Schulen, Kitas, Altenheime, Kliniken oder Unterkünfte für Obdachlose und Geflüchtete müssen vorrangig an den Klimawandel angepasst werden. Wir setzen auf Gebäudebegrünung, Verschattung, helle Oberflächen, bessere Dämmung und moderne, energieeffiziente Kühlung mit erneuerbaren Energien beim klimafreundlichen Umbau öffentlicher Einrichtungen. Wir wollen, dass Neubauten von Anfang an klimaangepasst geplant und errichtet werden.

Volt will “Fliegende Gärten”, grüne Schattenspender, Sprühnebelduschen oder vergünstigte Hotelzimmer für hitzebetroffene Bürger*innen während Hitzewellen als pragmatische Maßnahmen umsetzen. Bei der weiteren Begrünung in Frankfurt muss insbesondere die Stadt selbst ein Vorbild sein.

Wir setzen uns dafür ein, dass die stadteigenen Gebäude und Ämter grün werden und die begrünten Dachflächen, sofern möglich, für die Bürger*innen zugänglich sind. Ebenso bieten hunderte Dächer von Bushaltestellen eine Möglichkeit für neue Grünflächen in der Stadt. Selbst wenige Quadratmeter Begrünung sind als Trittsteinbiotope vorteilhaft für die Artenvielfalt in der Stadt. Für die Verwaltungen aller Ressorts und für die Öffentlichkeit werden wir eine Stelle für eine*n Beauftragte*n für “Urban Gardening” im Grünflächenamt schaffen. Langfristig wird damit eine begehbare grüne Gebäudelandschaft hergestellt werden.

Soziale Klimagerechtigkeit

Wir machen uns für soziale Klimagerechtigkeit stark. Menschen mit geringem Einkommen und in besondershitzebelasteten Vierteln leiden am stärksten. Deshalb setzen wir dort gezielt Hitzeschutzmaßnahmen um und schaffen Förderprogramme, die allen zugutekommen. Das erfolgreiche Förderprogramm “Klima Bonus” werden wir weiterführen und einen Ausbau um weitere ökologische Komponenten wie kostenfreie bzw. kostengünstige Baumausgaben an Privatpersonen prüfen. Ergänzend fördern wir Mini-Beete von Anwohner*innen in allen Stadtteilen, Umweltbildungsprojekte in Schulen und die aktive Beteiligung junger Menschen.

Wir wollen Bürger*innen frühzeitig einbeziehen und ihnen echte Mitgestaltungsmöglichkeiten geben. Die schon existierende “Coole Map” (Stadtkarte mit kühlen Orten auf der “Urbanen Datenplattform”) wollen wir regelmäßig aktualisieren, ausbauen und bewerben. Wir möchten, dass über eine digitale Beteiligungsplattform Hitze-Hotspots oder Starkregenprobleme gemeldet, Vorschläge eingereicht und über Projekte abgestimmt werden können.

Wir stärken den Katastrophenschutz mit moderner Ausrüstung, besseren Warnsystemen und digitaler Einsatzkoordination. Trinkbrunnen werden in allen Stadtteilen ausgebaut. Durch innovative Regenwassernutzung – z.B. Tiefbeete, Baumrigolen oder multifunktionale Retentionsflächen – wird Starkregen besser aufgefangen und das Grundwasser geschützt.

Der Stadtwald hat für Frankfurt eine große Bedeutung. Er trägt zur Erzielung der „Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen“ bei. Er ist jedoch in einem sehr schlechten Zustand. Volt setzt sich daher dafür ein, die in 2024 vorgestellte “Waldstrategie” umzusetzen. Das bedeutet unter anderem, dass der Stadtwald eine höhere Gewichtung in der Stadt- und Verkehrsplanung erhält und Nachforstung durch klimaresiliente Baumarten erfolgt. So soll sich der Stadtwald an die prognostizierten Klimawerte der Zukunft anpassen und Frankfurts wichtigste grüne Lunge bleiben.

Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere wie Vögel, Insekten oder Eichhörnchen leiden unter anhaltender Hitze und Trockenheit. Wir sorgen für eine vermehrte Bereitstellung von flachen Wassertränken und -schalen, z.B. an Taubenhäusern oder in Parks. Wir setzen uns für eine begleitende Sensibilisierungskampagne und öffentlichkeitswirksame Informationen ein und fördern so das Bewusstsein für den Tierschutz.

Temperatur in Frankfurt

Die Urbane Datenplattform der Stadt Frankfurt am Main stellt zahlreiche Umweltdaten visuell aufgearbeitet zur Verfügung.

Best Practice: Paris devient plus vert

Paris setzt erfolgreich auf Begrünung, um z.B. die Belastung durch Hitzewellen zu reduzieren. Mit rund 170.000 neu gepflanzten Bäumen und der Umgestaltung von über 200 Straßen zu „Gartenstraßen“ lassen sich die Temperaturen in begrünten Stadtteilen nach Schätzungen um 1 bis 4 °C senken. Dach- und Fassadenbegrünung sorgt dafür, dass die historischen Zinkdächer, die bei 40 °C Außentemperatur ohne Begrünung schnell bis zu 85 °C heiß werden, auf etwa 35 °C abkühlen. Dies reduziert die Wärmebelastung in Gebäuden deutlich.

Eine konsequente Umwandlung von Parkplätzen in Grünflächen verringert versiegelte Flächen und trägt zusätzlich zur Abkühlung der Stadt bei. Quartiersweise umgesetzt zeigen Beispiele, dass bereits nur einzelne Projekte die gefühlte Temperatur um bis zu 2,5 °C senken können. Begrünung sollte dabei als integraler Bestandteil der Stadtentwicklung betrachtet werden, der Verkehrs-, Infrastruktur- und Klimaaspekte verbindet.

Die 5+1 Heraus­forderungen

Volt hat 5+1 grundlegende Herausforderungen definiert, die in jedem europäischen Land und in Europa als Ganzes in Angriff genommen werden müssen.

Warum 5 + 1 Herausforderungen?

Die 5 Herausforderungen sind im Grunde für jedes Land die gleichen, aber ihre Umsetzung kann auf nationaler Ebene angepasst werden, um den lokalen Gegebenheiten Rechnung zu tragen.

Die Herausforderung Nr. 1 - unser Vorschlag zur Reform und Stärkung der EU - ist in allen unseren nationalen Programmen identisch.

Programme und Positionen von Volt Deutschland
  • 01

    Ein intelligenter Staat

    Bildung und Digitalisierung sind Schlüsselelemente des 21. Jahrhunderts.

  • 02

    Wirtschaftliche Renaissance

    Eine innovative Wirtschaft ist der Motor für den Fortschritt der Gesellschaft.

  • 03

    Soziale Gleichberechtigung

    Niemand sollte zurückgelassen werden - ungeachtet von Geschlecht, Einkommen, Religion oder Herkunft.

  • 04

    Für globalen Ausgleich

    Europa muss seiner Verantwortung in der Welt zur Sicherung unserer gemeinsamen Zukunft gerecht werden.

  • 05

    Politisch aktive Bürgerschaft

    Die europäischen Bürger*innen müssen dazu in der Lage sein, fundierte politische Entscheidungen zu treffen, selbstständig über Wahlen hinaus Einfluss auf die Politik zu nehmen und ihre demokratischen Rechte auszuüben.

  • +1

    EU Reform

    Wir lieben die EU - das heißt aber nicht, dass es keinen Raum für Verbesserungen gibt.