Fahrradstadt
Frankfurt am Main hat beim “ADFC-Fahrradklima-Test” mit einer Gesamtwertung von 3,5 als fahrradfreundlichste Großstadt mit über 500.000 Einwohner*innen abgeschnitten – eine klare Verbesserung gegenüber der 3,9 im Jahr 2018. Gleichzeitig haben sich zurecht die Ansprüche an einen sicheren und leistungsfähigen Radverkehr erhöht.
Wir werden den Radverkehr zur tragenden Säule einer zukunftsfähigen, klimafreundlichen und funktionierenden Stadt entwickeln. Grundlage dafür ist ein durchgängiges, intuitives und komfortables Radwegenetz, das alle Stadtteile verbindet, flüssige Verbindungen ins Umland bietet und Menschen jeder Erfahrung und jeden Alters einlädt, aufs Rad zu steigen. Somit werden wir uns weiterhin für die mit dem Radentscheid beschlossenen Ziele und Maßnahmen einsetzen.
Wir fördern den Ausbau eines leistungsfähigen Rad-Hauptnetzes. Dieses soll weitgehend vom Autoverkehr getrennt sein und sowohl das Zentrum als auch die Stadtteile und das Umland effizient verbinden, durch Radschnellwege, Fahrradbrücken und -tunnel. Wir setzen uns für Lückenschlüsse mit baulich getrennten und
farblich markierten Radspuren ein, die Ausweisung zusätzlicher Fahrradstraßen sowie gezielter Maßnahmen in Umgebung von Schulen und entlang wichtiger Schulwege. Konfliktstellen werden durch bessere Beleuchtung, klare Wegeführung und Markierungen entschärft und eine konsequente Ahndung von Verstößen gegen Falschparker*innen auf Geh- und Radwegen soll sichergestellt werden.
Die Niederlande machen vor, wie mit durchdachtem Kreuzungsdesign, mit direkten Sichtbeziehungen und klaren Vorfahrtsregelungen sichere Bedingungen für alle geschaffen werden können. Wir wollen neu gestaltete Kreuzungen nach diesem Vorbild. Konzepte wie “geschützte Kreisverkehre” und “All-Ride”-Phasen erhöhen die Übersichtlichkeit und reduzieren Konflikte.
Bei neuen Bauvorhaben sowie bei Umbauten von Kreuzungspunkten muss der Radverkehr von Beginn der Planungen an berücksichtigt und sich an internationalen und nationalen Best Practices orientiert werden. Wir machen uns stark für intelligente Ampelschaltungen, denn “Grüne Wellen” und Geschwindigkeitsempfehlungen über LED-Bodenlichter oder Infosäulen sorgen für mehr Sicherheit und einen besseren Verkehrsfluss. Hamburg demonstriert mit dem Projekt “PrioBike”, wie digitale Lösungen Radfahren effizienter und komfortabler machen können.
Volt möchte gute Schnittstellen zum öffentlichen Verkehr aufbauen. Fahrradparkhäuser an zentralen Punkten, wie dem Hauptbahnhof, stärken die Kombination aus Rad- und Bahnverkehr. Zudem sollte der Ausbau von sicheren Fahrradabstellmöglichkeiten beschleunigt werden. Städte wie Münster und Utrecht zeigen, wie solche Knotenpunkte die Mobilität insgesamt verbessern und den Umstieg erleichtern. Ein durchgehender Promenadenring und die gute Anbindung des Umlands machen die Stadt zu einem Vorbild für urbane Radinfrastruktur.
Zusätzliche Komfortelemente wie Fußstützen an Ampeln, geneigte Mülleimer oder Luftpumpen machen den Radalltag lebenswerter und fördern die regelmäßige Nutzung.
Best Practice: Kopenhagen
Kopenhagen gilt als Vorzeigestadt für fahrradfreundliche Infrastruktur. 50 % aller Wege zur Arbeit, zur Schule oder zur Universität werden mit dem Rad zurückgelegt. Die dänische Hauptstadt setzt konsequent auf baulich getrennte Radwege, ein durchgängiges und klar strukturiertes Radverkehrsnetz, geeignete Abstelleinrichtungen sowie auf intelligente Ampelschaltungen, die eine grüne Welle für Radfahrende ermöglichen. Neben der Infrastruktur tragen auch zahlreiche Details zur Alltagstauglichkeit bei. Hinzu kommt eine gute Verzahnung mit dem ÖPNV.
Best Practice: Utrecht
In Utrecht werden 50 % aller Wege unter 7,5 Kilometern mit dem Fahrrad zurückgelegt. Die Stadt verfolgt einen systemischen Ansatz, bei dem dem Rad- und Fußverkehr sowie dem öffentlichen Nahverkehr Vorrang eingeräumt wird. Durch die Errichtung eines eigenständigen, weitestgehend vom Autoverkehr getrennten Radverkehrsnetzes – bestehend aus neuen Fahrradstraßen, -brücken und -tunneln – wurde die Attraktivität des Radfahrens deutlich gesteigert. An Kreuzungen erhält der Radverkehr in der Regel Vorfahrt. Ergänzend wurde z.B. mit dem Fahrradparkhaus am Utrechter Hauptbahnhof eine leistungsfähige Abstellinfrastruktur geschaffen.