Volt-Stellungnahme zur Zukunft der Bonner Bühnen

Bonn, 6. Mai 2026 - Die Bonner Bühnenlandschaft prägt ganz wesentlich das Freizeitangebot unserer europäischen Bundesstadt. Zahlreiche Spielstätten, kleine Theater sowie das Beethovenorchester und die großen Bühnen sind Bestandteil unserer kulturellen Szene und Orte des gesellschaftlichen Dialogs unserer Stadtgesellschaft. Zur Vorlage der Stadtverwaltung über die Zukunft der Bonner Bühnen positioniert sich Volt, um mit Ratsparteien und Stadtgesellschaft in den Dialog zu treten. 

6. Mai 2026

1. Kulturelles Leitbild 2040 

Bonn braucht eine gemeinsam erarbeitete Antwort auf die Frage: Welche Vision verfolgen wir als Kulturstadt in Europa für das Jahr 2040? Dieses Leitbild soll städtische Kulturinstitutionen und freie Szene, alle Stadtteile und alle Generationen einschließen – und die Grundlage für die weiteren Entscheidungen bilden. Volt fordert, dieses Leitbild innerhalb eines Jahres zu erarbeiten und die Entscheidungen zu baulichen Maßnahmen daran auszurichten. Gleichzeitig müssen vorbereitende Maßnahmen, die keine Vorentscheidung für eine der vorgelegten Varianten bedeuten, zügig vorangetrieben werden. Als Beispiel bietet sich der Prozess für die Erarbeitung einer umfassenden Kulturstrategie der Stadt Wien an. 

2. Bürger*innenrat: Echtes Mandat, offener Ausgang 

Volt fordert einen Bürger*innenrat mit klar definiertem Auftrag: Erarbeitung von Empfehlungen für ein Kulturelles Leitbild 2040. Wir lernen von Wien, dem ständigen Bürger*innenrat in Aachen und dem Gesellschafts-Forum der Bundeskunsthalle in Bonn. Die Empfehlungen des Gremiums sollen zeitnah vorliegen. Um in den Dialog zur Methode Bürger*innenrat zu treten, lädt Volt zu einer Info-Veranstaltung am 21.5., 18 Uhr, im The 9th ein. Als Referent*innen begrüßen wir Gereon Hermens (Mit-Initiator Bürger*innenräte Aachen), Florian Wieczorek (Mehr Demokratie e.V.) sowie Birgit Tellmann und Mark Fonseca (Gesellschafts-Forums der Bundeskunsthalle).

3. Keine der bisherigen Varianten überzeugt - Kriterien für die Auswahl einer (neuen) Lösung

Volt bedankt sich ausdrücklich bei der Stabsstelle für die ausführliche Untersuchung. Dennoch kann Volt keiner der seitens der Verwaltung aktuell vorgelegten Varianten zustimmen; zumindest solange zentrale Fragen unbeantwortet sind. Volt fordert, dass zusätzliche Lösungen für die weitere Diskussion geprüft werden. Diese sollen aus Sicht von Volt folgende Kriterien erfüllen: 

  • Kulturelle Präsenz muss dauerhaft in der Innenstadt und in Bad Godesberg gesichert sein. 

  • Die Nachnutzung der freiwerdenden Liegenschaften muss vor dem Grundsatzbeschluss konzeptionell geklärt sein – nicht danach. 

  • Die Gesamtkosten müssen alle Standorte einschließen  – auch Sanierung, Leerstand, Entwicklung der aufgegebenen Gebäude und prognostizierte Betriebskosten (-zuschüsse). Nur so kann verglichen und beurteilt werden.

  • Die freie Szene erhält mehr Raum zur freien Entfaltung – durch bessere Rahmenbedingungen, gezielte Förderung und konkrete Kooperationsmöglichkeiten mit den städtischen Bühnen.  

  • Jede zukünftige Lösung muss einen konkreten Beitrag zur Entwicklung der Stadtteile und damit zur Belebung der Stadt und ihrer Bezirke leisten. 

4. Ehrliche Kostendebatte 

Die Kostenfrage ist noch nicht gelöst – und Volt spricht das offen an. Die Haushaltslage der Stadt Bonn muss bei allen Entscheidungen zur Zukunft der Bonner Bühnen eine zentrale Rolle spielen. Glaubwürdige Bürger*innenbeteiligung und haushaltspolitische Verantwortung schließen sich nicht aus – sie gehören zusammen. 

“Bonn verdient eine Kulturpolitik, die ehrlich ist: ehrlich über die Chancen, ehrlich über die Kosten – und mutig genug, die Bürgerinnen und Bürger wirklich zu beteiligen. Dafür steht Volt.” hebt Uwe Feddern, Sprecher von Volt im Bonner Stadtrat, hervor.