Volt-Infoveranstaltung zum Bürger*innenrat ein voller Erfolg!
Bonn, 01.06.2026 – Die Diskussion um die Zukunft der Bonner Bühnen wird sehr emotional geführt und bewegt die Stadtgesellschaft. Was aber wollen die Bürger*innen der Stadt? Volt fordert die Durchführung eines Bürger*innenrates für die „Zukunft der Bonner Bühnen“. Aber wie genau ist dies eigentlich möglich?
Hierzu lud Volt am vergangenen Donnerstag, den 21.5. zu einer Infoveranstaltung zur Methodik der Bürger*innenräte ein. Mit über 40 Teilnehmer*innen und Expert*innen wurden die Vorteile sowie Herausforderungen von Bürger*innenräten diskutiert.
Die Bundeskunsthalle hat als einziges Museum Deutschlands einen Bürger*innenrat durchgeführt. Im Kontext der Ausstellung Für alle! Demokratie neu gestalten wurden mit zufällig ausgewählten Bürger*innen 26 Empfehlungen entwickelt. Ein Teil der Mitglieder des Bürger*innenrates begleitet seither das Museum als ein ständiges Gesellschaftsforum, welches Feedback und Vorschläge an die Museumsleitung ausspricht, um Ausstellungen und das Museum besser an den Bedürfnissen der Allgemeinheit auszurichten. Mark Fonseca, Mitglied und Sprecher des Gesellschaftsforums, beschrieb den Rat als eine besondere Form der Einbindung der Bürger*innen, durch die viele praxisnahe und bereichernde Empfehlungen entstanden. Birgit Tellmann, Mitarbeiterin der Bundeskunsthalle in der Abteilung für Vermittlung, Bildung und Inklusion, hob hervor, dass klare Definitionen zu den Aufgaben des Forums sowie der konstruktive Austausch von besonderer Relevanz sind.
Florian Wieczorek von Mehr Demokratie e.V. berichtete, dass es die Idee der Bürger*innenräte bereits seit den 70er Jahren gebe und der Verein mittlerweile über 400 durchgeführte Räte in einer Datenbank dokumentiert hat. Diese Erfahrungen können in die Durchführung zukünftiger Bürger*innenräte einfließen. Ein Thema wie die Bonner Bühnen eigne sich für einen Bürger*innenrat, da politisch noch in viele Richtungen diskutiert werde und sich aus den bisherigen Studien und Vorschlägen noch viele Dilemmata ergeben, die für einen Diskurs sprechen. Er beschrieb zudem verschiedene Verfahren, wie die Zusammensetzung von Teilnehmenden an Bürger*innenräten zufällig aber dennoch möglichst breit und vielfältig gestaltet werden kann.
Gereon Hermens, Mit-Initiator der Bürger*innenräte in der Stadt Aachen, wurde durch ein Buch und den Erfahrungsaustausch mit den belgischen Nachbarn in Eupen inspiriert und gründete mit anderen Bürger*innen gemeinsam eine Initiative, die dazu führte, dass ständige Bürger*innenräte in Aachen eingeführt wurden. Hauptmotiv sei hierbei kein spezielles Thema , sondern der Prozess gewesen: Ein Diskurs über gesellschaftliche Milieus hinweg, der die Demokratie fördert! Er machte deutlich, wie wichtig ein strukturiertes Verfahren und ein klarer Rahmen seien.
In einer anschließenden, lebhaften Frage- und Diskussionsrunde mit dem Publikum wurde deutlich, dass klar sein muss, wer die Fragestellung eines möglichen Bürger*innenrates zum Thema der Bonner Bühnen erarbeiten würde und wie solch ein Prozess auch zeitlich gestaltet werden könnte. Ferner wurde betont, dass von einem Bürger*innenrat Empfehlungen ausgearbeitet werden, abschließende Entscheidungen aber selbstverständlich durch den Stadtrat getroffen werden. Es wurde zudem betont, dass ausführliche Informations- und Wissensvermittlung zum Thema ein wesentlicher Bestandteil eines Bürger*innenrates sein muss. Der Vorschlag, dass für alle Teilnehmenden ein Opern- und Schauspielhausbesuch in die Vorbereitungen integriert sein sollte, wurde zum Beispiel sehr begrüßt.
“Die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft ist deutlich größer, als wir dies im Stadtrat abbilden. Der Bürger*innenrat ist ein gutes Instrument, um mit Empfehlungen für eine Entscheidungsfindung im Stadtrat beizutragen” machte Uwe Feddern, Sprecher für Volt im Bonner Stadtrat, zum Abschluss nochmal deutlich.