Mehrheit für Bad Godesberg: Bezirksvertretung beschließt Verkehrspaket bis 2034

Der von Volt und FDP eingebrachte Dringlichkeitsantrag zur Mobilitätssicherung im Bezirk wurde in der Sitzung am 24. Juni mit Mehrheit und einer Ausnahme angenommen – gegen die Stimmen von CDU, BBB und AfD. Mobilitätsausschuss und Rat sind nun gefragt, aus den Prüfaufträgen ein Konzept zu machen.
Update vom 13.07.26: Der Rat beschließt einstimmig, dass die in Bad Godesberg beschlossenen Punkte an die Taskforce zur Nordbrücke gegeben werden.

26. Jun 2026

Die Bezirksvertretung Bad Godesberg hat den Dringlichkeitsantrag von Peter Schmidt (Volt) und Aaron Esselborn (FDP) in ihrer Sitzung am 24. Juni mit 10 zu 9 Stimmen beschlossen. Volt, FDP, Grüne, SPD, Linke und SBI stimmten dafür, CDU, BBB und AfD dagegen.

Beschlossen wurde damit, dass die Verwaltung bis zur Sitzung am 2. September konkrete Maßnahmen vorlegt: ein systematisches Monitoring von Schleichverkehr auf Parallelstraßen zur B9, Gespräche mit dem VRS und den Fährbetreibern zur dauerhaften Einbindung der beiden Rheinfähren ins Deutschlandticket, eine Bewertung des Schnellbusses SB85 zur Entlastung der L158, die Abstimmung von Straßenzustand und Sanierungsplanung mit dem Rhein-Sieg-Kreis und Straßen.NRW sowie die Prüfung geeigneter Park-and-Ride-Standorte im Bezirk. Zudem empfiehlt die Bezirksvertretung dem Ausschuss für Mobilität und Verkehr, die Dauerbelastung Godesbergs im gesamtstädtischen Mobilitätskonzept besonders zu berücksichtigen, und regt beim Ratsbeschluss zur SB85 am 9. Juli den Vollausbau gemäß Kreistagsbeschluss an.

„Gute, pragmatische Sachpolitik zahlt sich aus“, sagt Peter Schmidt, Vertreter von Volt in der Bezirksvertretung Bad Godesberg. „Wir haben gezeigt, dass man auch mit einem Einzelmandat etwas bewegen kann, wenn man konkrete Lösungen statt Forderungskataloge auf den Tisch legt.“ 

Einzig der Punkt zu verkehrsoptimierenden Maßnahmen auf den Ausweichachsen – u. a. Signaloptimierung und Spurführung auf B9 und L158 – fand keine Mehrheit, da Bedenken hinsichtlich einer dauerhaften Verstetigung der Ausweichroute und einer möglichen Kapazitätsausweitung für den Autoverkehr bestanden.

Mit dem Beschluss ist die Vorarbeit getan: Jetzt sind Mobilitätsausschuss und Rat gefragt, aus den Prüfaufträgen ein echtes Mobilitätskonzept für die Baustellendekade der nächsten zehn Jahre zu erarbeiten und zu beschließen.

"Es freut mich sehr, dass unser Antrag über Parteigrenzen hinweg eine Mehrheit in der Bezirksvertretung gefunden hat. Nun gilt es, zeitnah gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis ein langfristig tragbares Konzept aufzustellen, um Bad Godesberg für die Baustellendekade fit zu machen." ergänzt Aaron Eßelborn, Bezirksverordneter der FDP in der Bezirksvertretung Bad Godesberg.


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Pressemitteilung vom 24.06.2026

Die Nordbrücke ist nur der Anfang: Godesberg braucht einen Plan bis 2034

Drei Wochen nach der Vollsperrung ist mehr Verkehr in Godesberg angekommen – der Rat hat dafür bislang keine Lösung beschlossen. Peter Schmidt (Volt) und Aaron Eßelborn (FDP) bringen deshalb gemeinsam einen Dringlichkeitsantrag in die Bezirksvertretungssitzung am 24. Juni ein.

Seit der Vollsperrung der Nordbrücke am 3. Juni suchen täglich tausende Fahrzeuge eine neue Rheinquerung. Ein großer Teil davon fährt aus Richtung Meckenheim durch Godesberg über die Südbrücke und in die Gegenrichtung. Drei Wochen nach der Nordbrückensperrung ist der Unterschied auf dieser Hauptachse gerade in den Stoßzeiten unübersehbar.

Der Rat der Stadt Bonn hat am 11. Juni auf die Lage reagiert – mit Sofortmaßnahmen für die Innenstadt und die Beuel-Achse. Für Bad Godesberg blieb am Ende eine einzige Maßnahme: die Prüfung, ob eine Tunnelwartung am B9-Tunnel verschoben werden kann. Eine Steuerung oder Entlastung des Ausweichverkehrs durch den Bezirk war damit nicht verbunden.

„Der Rat hat schnell gehandelt – für Beuel und die Innenstadt. Für Bad Godesberg blieb am Ende kaum etwas übrig. Das reicht nicht. Wir brauchen genauso konkrete Entlastungsideen wie die Einbindung unserer Rheinfähren ins Deutschlandticket und die Schnellbuslinie SB85, die wirklich entlastet – nicht nur zur Hauptverkehrszeit“, sagt Peter Schmidt, Vertreter von Volt in der Bezirksvertretung Bad Godesberg.

„Wir brauchen jetzt auf allen Ebenen zügige Abstimmungen und koordiniertes Vorgehen. Für ein erfolgreiches Verkehrskonzept, dass Park-and-Ride Konzepte ebenso beinhaltet wie die Optimierung der Verkehrsflüsse in der ganzen Region müssen Straßen.NRW und der Rhein-Sieg-Kreis unbedingt ins Boot geholt werden", ergänzt Aaron Eßelborn, Bezirksverordneter der FDP in der Bezirksvertretung Bad Godesberg.

Die beiden Einzelvertreter gehen mit ihrem gemeinsamen Antrag bewusst über die akute Sperrung hinaus. Denn die Nordbrücke ist nur der Anfang einer Reihe sich überlappender Bau- und Sperrmaßnahmen, die Bad Godesberg bis mindestens 2034 zur strukturellen Ausweichstrecke für weite Teile der Region machen: Bereits in einer Woche beginnt die Generalsanierung der rechten Rheinstrecke, 2028 folgen die Sanierung der Reuterbrücke und die Sperrung der linken Rheinstrecke gleichzeitig, dazu der Neubau des sogenannten Tausendfüßlers und schließlich der Ersatzneubau der Nordbrücke selbst.

„Godesberg braucht kein Krisenmanagement, sondern ein langfristiges Verkehrskonzept für die Baustellendekade“, bringt es Peter Schmidt auf den Punkt.

Der Antrag setzt dabei bewusst nicht nur auf den Autoverkehr, sondern auf ein Maßnahmenpaket, das die Interessen aller Verkehrsteilnehmenden angemessen berücksichtigt: Signaloptimierung auf B9 und L158, systematisches Monitoring von Schleichverkehr auf Parallelstraßen, die dauerhafte Einbindung der beiden Rheinfähren zwischen Plittersdorf/Niederdollendorf und Mehlem/Königswinter in den Nahverkehrstarif, eine Bewertung des geplanten Schnellbusses SB85 zur Entlastung der L158 sowie zusätzliche Park-and-Ride-Flächen im Bezirk. Maßnahmen, die die Verwaltung schon jetzt ohne weiteren Beschluss umsetzen kann, sollen unverzüglich beginnen.

„Wir müssen vor der Sommerpause jetzt alle an einem Strang ziehen. Deshalb war uns ein gemeinsames, überparteiliches Vorgehen wichtig.“, so Aaron Eßelborn.

Über den Antrag (DS 261277) stimmt die Bezirksvertretung Bad Godesberg in ihrer Sitzung am 24. Juni 2026, 17 Uhr, in der Stadthalle Bad Godesberg ab.