Bäder-Kahlschlag stoppen: Melbbad und Frankenbad erhalten!

Bonn, 06.07.2026 – Die vorgelegten  Pläne der Stadtverwaltung zur Fortschreibung des Rahmenplans zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft ignoriert den Willen der Bonner Bürger*innen. Volt hält die Schließung des Melbbads für falsch und die des Frankenbades für voreilig und fordert eine Kurskorrektur.

6. Jul 2026

Mindestens 75.000 Bonner*innen, die dem Bürger*innenentscheid zugestimmt haben, warten seit Jahren auf die Wiedereröffnung des Melbbads. Jetzt verkündet CDU-Oberbürgermeister Déus, das Bad dennoch schließen zu wollen. Respekt für die Anliegen der Bonner*innen sieht anders aus!

Tausenden Bürger*innen wurde gerade in der letzten Woche wieder schmerzlich bewusst, was das Fehlen des Melbbads für die Stadt bedeutet: Wir haben momentan keine ausreichenden Wasserflächen zur Abkühlung und zum Schwimmen lernen. Für den großen Stadtbezirk Bonn-Zentrum reicht ein Freibad am Rhein - das Römerbad - einfach nicht aus. 

Mit der Prüfung des Römerbads als Kombibad haben CDU, SPD und FDP faktisch das Frankenbad aufs Abstellgleis befördert, worauf Volt unter anderem im Sportausschuss hingewiesen hat. Ebenso haben wir schon angemerkt, dass es berechtigte Bedenken bezüglich der Machbarkeit eines Kombibads an diesem Standort am Rhein gibt (u.A. wegen Hochwasserschutz und der Nordbrücke). 

Volt hält es für unerlässlich, dass das Frankenbad mindestens so lange in gutem Zustand gehalten und weiter betrieben wird, bis ein funktionsfähiges Kombibad als Ersatz tatsächlich fertiggestellt ist. Die Pläne der Verwaltung unter Oberbürgermeister Déus, die Sanierung des Frankenbads zugunsten einer Prüfung am Standort Römerbad vorerst zu stoppen, gefährden die Versorgung im Stadtbezirk Bonn. Denn eine Prüfung und Umsetzung kann Jahre in Anspruch nehmen und der Ausgang ist offen.

Für die Zeit nach einer möglichen Schließung des Frankenbads muss zeitgleich ein verbindliches Konzept zur Nachnutzung, inkl. aller Kosten für eine notwendige denkmalgeschützte Sanierung des Gebäudes, erarbeitet werden. Vage Erwähnungen eines “Nachnutzungskonzeptes“ reichen nicht aus. Das Gebäude, der Platz und die Umgebung des Frankenbads müssen zu 100 % für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Volt fordert:

  • Keine Wohnbebauung, keine Privatisierung: Fläche, Park und Gebäude müssen ein Ort für niederschwellige Begegnungen und Erholung bleiben!

  • Bewegungsangebot in der Altstadt erhalten: Das Areal soll Raum für Sport und Bewegung und dabei frei zugänglich bleiben!

Die ungeklärte Zukunft des “Friesi” und “Rüngsi” könnte zudem die Knappheit der Wasserflächen zusätzlich verschärfen. Die vorgeschlagene Übertragung an Dritte kann gleichzeitig auch Chancen bieten, wie das Elsebad in Schwerte zeigt. Aber auch hier muss die Stadt finanziell Verantwortung übernehmen. Die Bäder sind von enormer Bedeutung für die soziale Infrastruktur, als Orte der Begegnung und  gesundheitlicher Prävention. 

Volt erkennt die angespannte Haushaltslage an und wird sich aktiv und lösungsorientiert an den wichtigen Diskussionen diesbezüglich im Stadtrat beteiligen. Die vorgelegte Verwaltungsvorlage setzt aber falsche Prioritäten und wird von uns in vielen Punkten entschieden abgelehnt. 

Foto Credit: Frank Fremerey