Gelungener, parteiübergreifender Filmabend „Ein Tag ohne Frauen“
Parteiübergreifender Filmabend in Bad Godesberg „Ein Tag ohne Frauen“ setzt starkes Zeichen für Gleichberechtigung.
Der Filmabend „Ein Tag ohne Frauen“ am 28.02.2026 im bis zum letzten Platz gefüllten Trinkpavillon in Bad Godesberg war ein voller Erfolg. Zahlreiche Besucher*innen folgten der Einladung von Volt, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und SPD, um sich mit Fragen von Feminismus, Solidarität und struktureller Gleichberechtigung auseinanderzusetzen.
Bereits im gemeinsamen Intro machten die Sprecherinnen und Sprecher deutlich: Frauenrechte sind kein Nischenthema einzelner Parteien, sondern eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Peter Schmidt (Volt), Christa Orlowski (Grüne), Alexandra Leipold (Die Linke) und Isabell Lisberg-Haag (SPD) betonten übereinstimmend, dass Gleichberechtigung sowohl im Alltag als auch auf politischer Ebene aktiv gestaltet werden müsse.
Besonders der Beitrag von Peter Schmidt (Volt) setzte einen Akzent auf die männliche Perspektive. „Männer werden für Selbstverständlichkeiten gefeiert, Frauen werden für Selbstverständlichkeiten bewertet. Viele Männer halten sich für gleichberechtigt, weil sie sich im Vergleich zu früher verbessert haben“, sagte Schmidt. „Aber Gleichberechtigung ist kein Fortschrittsbalken. Sie ist entweder Realität – oder eben nicht.“
In seinem Beitrag stellte er klar, dass es nicht ausreiche, im Privaten „mitzuhelfen“. Entscheidend sei die Übernahme echter Verantwortung – auch dort, wo sie unsichtbar bleibt. „Wer nur Aufgaben ausführt, trägt nicht die Gesamtverantwortung. Gleichberechtigung beginnt beim Mitdenken, Planen und Organisieren – nicht erst beim Abhaken von To-do-Listen“, so Schmidt. Das betreffe insbesondere den sogenannten Mental Load, also die dauerhafte Alltagskoordination, die nach wie vor häufig einseitig verteilt sei.
Zugleich verwies er auf strukturelle Faktoren, die traditionelle Rollenbilder stabilisieren. „Solange es sich ökonomisch immer noch rechnet, dass Frauen beruflich kürzertreten, haben wir kein individuelles, sondern ein systemisches Problem.“ Politik müsse daher Anreizsysteme hinterfragen – etwa im Steuerrecht, bei Arbeitszeitmodellen oder in Beförderungsstrukturen.
Ein weiterer Punkt war der Umgang mit gesellschaftlichen Erwartungen an Männer. „Wenn Väter für Selbstverständlichkeiten Applaus bekommen, zeigt das vor allem, wie niedrig die Erwartungen sind“, erklärte Schmidt. „Verantwortung heißt auch, diesen Applaus nicht einzusammeln, sondern Normalität einzufordern.“
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Gleichberechtigung nicht allein durch gute Vorsätze entsteht, sondern durch Veränderungen in Organisationen, Unternehmen und politischen Rahmenbedingungen. Transparente Gehaltsstrukturen, echte Vereinbarkeit von Familie und Führungsverantwortung sowie eine gerechtere Verteilung von Care-Arbeit wurden als zentrale Ansatzpunkte benannt.
Der Abend machte deutlich: Feminismus ist kein Randthema einzelner politischer Milieus, sondern eine gesellschaftliche Gestaltungsfrage. Dass Vertreter*innen unterschiedlicher Parteien hier gemeinsam auftraten, wurde von vielen Besucher*innen als starkes Signal gewertet.
Für die Veranstalter steht fest: Wer Gleichberechtigung ernst meint, muss nicht nur über Rechte sprechen – sondern über Verantwortung. Und die betrifft ausdrücklich auch Männer.
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Kathrin Seelige, Pressesprecherin Volt Bonn, E-Mail: [email protected]