Gesundheitsreform: Keine Sparpolitik auf Kosten der psychischen Gesundheit

Volt Deutschland fordert Nachbesserungen an der Gesundheitsreform, um die psychotherapeutische Versorgung langfristig zu sichern.

Einsparungen dürfen nicht zu längeren Wartezeiten oder weniger Therapieplätzen führen.

Psychische Gesundheit braucht eine verlässliche Versorgung, mehr Prävention und einen bedarfsgerechten Ausbau der Therapieangebote.

17. Jul 2026
Foto eines psychotherapeutischen Behandlungszimmers

Berlin, 17.07.2026 - Die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland steht unter Druck. Mit ihrem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz setzt die Bundesregierung ausgerechnet dort den Rotstift an, wo der Bedarf seit Jahren steigt. Statt die Versorgung zu stärken, verschärft sie die Unsicherheit für Praxen und gefährdet eine ohnehin angespannte Versorgungslage. Volt fordert deshalb zügige Nachbesserungen.

Psychotherapie ist keine freiwillige Zusatzleistung unseres Gesundheitssystems,

sagt Dr. Katharina Brinck, stellvertretende Bundesvorsitzende von Volt Deutschland.

Diese Reform spart nicht im System, sie spart an den Menschen. Wer die psychotherapeutische Versorgung unter Druck setzt, obwohl Hunderttausende monatelang auf Hilfe warten, ignoriert die Realität der Betroffenen.

Für Volt ist klar: Die Reform verschärft drei bereits bestehende Probleme.

  • Weniger Planungssicherheit für Praxen. Mit der Streichung des gesetzlichen Schutzmechanismus für eine angemessene Vergütung wächst die Sorge, dass wirtschaftlicher Druck zulasten des Therapieangebots geht.  

  • Sparen statt Versorgen. Die Bundesregierung setzt auf Kostendämpfung, obwohl Patient:innen bereits heute monatelang auf einen Therapieplatz warten. 

  • Politik an der Realität vorbei. Während psychische Erkrankungen gerade bei Kindern und Jugendlichen stark zunehmen, sendet die Bundesregierung das Signal, dass ausgerechnet hier gespart werden kann.  

Monatelange Wartezeiten sind kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Wer jetzt an der psychotherapeutischen Versorgung spart, verlängert den Weg zur dringend benötigten Hilfe,

erklärt Brinck.

Kinder und Jugendliche warten derzeit durchschnittlich rund 28 Wochen auf einen Therapieplatz. Gleichzeitig ist der Bedarf seit der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Für Volt ist klar: Die psychotherapeutische Versorgung muss gestärkt statt geschwächt werden.  

Volt Deutschland fordert deshalb:

  • Die Einschnitte zu Lasten der psychotherapeutischen Versorgung zurücknehmen.

  • Therapieplätze endlich am tatsächlichen Bedarf ausrichten, insbesondere für Kinder und Jugendliche.

  • Psychische Gesundheit als gleichwertigen Bestandteil der Gesundheitsversorgung stärken – mit klarem Fokus auf Prävention und frühzeitige Behandlung.

Wer psychische Gesundheit zur Sparmasse macht, spart nicht an Ausgaben, sondern an den Chancen und der Lebensqualität von Millionen Menschen. Die Investition in psychische Gesundheit ist eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Bildungs- und Arbeitsfähigkeit und die Zukunft unseres Landes.

Über Volt

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