Kein Rücktrittsgrund, sondern Recht für alle: Warum Spahns Familienglück kein Privileg bleiben darf
Volt gratuliert Jens Spahn und Daniel Funke zur Geburt ihres Sohnes.
Debatte um Leihmutterschaft entlarvt die rückwärtsgewandte Familienpolitik der Union: Fortpflanzungsmedizin darf kein Privileg für Spitzenverdiener sein.
Volt fordert die Legalisierung der nicht-kommerziellen Leihmutterschaft nach europäischem Vorbild, um Gleichberechtigung, Rechtssicherheit und Schutz zu garantieren.
Berlin, 17.07.2026 - Die Nachricht, dass Unionsfraktionschef Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke in den USA mithilfe einer Leihmutter Eltern geworden sind, bewegt die Republik. Volt Deutschland gratuliert den frischgebackenen Vätern herzlich zum Familienglück. Jedes Kind, das in einer liebenden Familie aufwächst, ist ein Gewinn. Gleichzeitig legt dieser Fall jedoch den drastischen Reformstau und die Doppelmoral der deutschen Familienpolitik offen.
Es ist ein Skandal, dass gleichgeschlechtlichen Paaren und Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch dieser Weg in Deutschland verwehrt wird, während führende Unionspolitiker auf Möglichkeiten im Ausland zurückgreifen
erklärt Tim Marton, Bundesvorsitzender von Volt Deutschland.
Die CDU hält am Verbot fest, obwohl selbst führende Vertreter ihrer Partei eine andere Lebensrealität leben. Das ist politisch unglaubwürdig. Vor allem zeigt es: Fortpflanzungsmedizin darf kein Privileg sein, das man sich im Ausland leisten können muss.
Vor diesem Hintergrund erteilt Volt den Rücktrittsforderungen aus den Reihen der Union eine klare Absage.
Ein Rücktritt von Jens Spahn löst kein einziges Problem, sondern zementiert nur die lebensfremde und rückwärtsgewandte Haltung seiner Partei,
betont Marton.
Ja, sein Handeln ist angesichts der offiziellen CDU-Linie politisch widersprüchlich. Aber anstatt jetzt beschämt zu weichen, sollte Spahn diesen Moment nutzen und den nötigen politischen Mut aufbringen. Wir fordern ihn auf: Nutzen Sie Ihr Amt, um innerhalb der Union dafür zu kämpfen, dass Ihr persönlicher Weg zum Familienglück endlich legaler Standard für alle Menschen in Deutschland wird. Machen Sie Ihr Privileg zum Recht für alle.
Verbote verhindern die Nachfrage nicht. Sie drängen Betroffene lediglich ins Ausland – oft in Länder mit geringeren Schutzstandards oder zu erheblich höheren Kosten.
Um endlich gleiche Rechte für alle Familienmodelle - ob queer oder heterosexuell - sowie den Schutz aller Beteiligten zu gewährleisten, fordert Volt eine grundlegende Modernisierung des deutschen Abstammungs- und Fortpflanzungsrechts:
Zulassung der altruistischen Leihmutterschaft: Volt fordert die Legalisierung der nicht-kommerziellen Leihmutterschaft in Deutschland. Frauen müssen das Recht haben, selbstbestimmt und freiwillig ein Kind für andere auszutragen. Länder wie die Niederlande oder Griechenland zeigen, dass dafür ein sicherer gesetzlicher Rahmen geschaffen werden kann.
Rechtssicherheit statt Grauzone: Durch eine staatlich regulierte Zulassung im Inland werden Wunscheltern, Kinder und Leihmütter rechtlich vollumfänglich abgesichert. Das verhindert den intransparenten Graumarkt und bürokratische Hürden bei der Anerkennung der Elternschaft.
Schutz vor Ausbeutung: Während altruistische Modelle sofort umgesetzt werden können, fordert Volt für die kommerzielle Leihmutterschaft eine evidenzbasierte Analyse internationaler Best-Practice-Modelle. Eine weitergehende Öffnung darf erst erfolgen, wenn Ausbeutung wirksam ausgeschlossen werden kann.
Die Liebe und die Fähigkeit, gute Eltern zu sein, hängen weder von der sexuellen Orientierung noch vom Kontostand ab,
so Marton abschließend.
Wir fordern die Bundesregierung auf, den Kopf nicht länger in den Sand zu stecken. Wir brauchen eine progressive Gesetzgebung, die die Vielfalt moderner Familien anerkennt, statt sie zu kriminalisieren oder ins Ausland zu drängen.
Über Volt
Volt ist als pan-europäische politische Partei in mehr als 30 Ländern aktiv und setzt sich für ein vereintes, demokratisches und zukunftsfähiges Europa ein. Mit einer Politik, die auf Innovation, Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit basiert, setzt Volt auf konkrete Lösungen, die auf europäische Best-Practice-Beispiele zurückgreifen und auf nationale Gegebenheiten übertragen werden. Volt tritt für eine moderne, weltoffene Gesellschaft ein, in der die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam und ohne ideologische Blockaden angegangen werden. Mit zahlreichen Mandaten auf kommunaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene zählt Volt zu den am schnellsten wachsenden politischen Bewegungen Europas.
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Jörn Erdmann, Pressesprecher Volt Deutschland, [email protected].