Tradition schützt nicht vor Tierschutz

Volt Hamburg fordert Wildtier-Verbot für Hagenbeck

Hamburg, 31.07.2026. Volt Hamburg fordert ein Ende der Wildtierhaltung im Tierpark Hagenbeck. Der Landesverband beruft sich dabei auf das Bundestagswahlprogramm 2025 von Volt Deutschland, das sich bundesweit für ein Verbot von Wildtieren in Zoos und Aquarien ausspricht, und macht deutlich: Diese Forderung muss auch für Hamburgs bekanntesten Tierpark gelten.

31. Jul 2026

„Wer im Bund ein Ende der Wildtierhaltung fordert, kann vor der eigenen Haustür nicht wegschauen. Hagenbeck ist eine Hamburger Institution – aber Tradition darf kein Argument gegen Tierschutz sein", erklärt Martin Lehrke, Stellvertretender Landesvorsitzender von Volt Hamburg.

Hintergrund der Forderung ist die inzwischen gut dokumentierte Evidenz zu den Grenzen der Wildtierhaltung in Gefangenschaft: Insbesondere bei raumgreifenden und sozial komplexen Arten wie Elefanten, Großkatzen oder Menschenaffen zeigen zahlreiche verhaltensbiologische Studien wiederkehrende Verhaltensstörungen (Stereotypien) – etwa monotones Auf-und-ab-Laufen oder Kopfwiegen –, die als anerkannter Indikator für eingeschränktes Wohlbefinden gelten. Kein Zoo der Welt kann die natürlichen Lebensraumansprüche dieser Arten vollständig erfüllen.

Volt Hamburg fordert daher:

  • ein verbindliches Auslaufen der Haltung von Wildtieren mit besonders hohen Raum- und Sozialansprüchen bei Hagenbeck,

  • einen politisch begleiteten Transformationsplan für den Tierpark, der Artenschutz, Bildungsauftrag und wirtschaftliche Perspektive des Unternehmens berücksichtigt,

  • eine stärkere Rolle der Stadt bei der Ausgestaltung dieses Übergangs, auch mit Blick auf mögliche öffentliche Fördermittel.

„Uns geht es nicht darum, Hagenbeck zu schließen. Es geht darum, den Tierpark zukunftsfähig zu machen – mit einem Konzept, das ohne Wildtierhaltung auskommt und trotzdem Menschen für Natur- und Artenschutz begeistert", so Martin Lehrke weiter.