Bildung braucht Investitionen statt Mehrbelastung

Volt Hamburg: Sparpläne gefährden Unterrichtsqualität und belasten Lehrkräfte

Hamburg, 06.07.2026 – Volt Hamburg kritisiert die geplanten Einsparungen der Behörde für Schule und Berufsbildung deutlich. Die vorgesehene Erhöhung der rechnerischen Arbeitszeit von Lehrkräften auf 47,74 Wochenstunden sowie strukturelle Kürzungen setzen aus Sicht der Partei die Unterrichtsqualität und die Zukunftsfähigkeit des Hamburger Schulsystems aufs Spiel.

6. Jul 2026

Arbeitszeit erhöhen löst keine Probleme

„Viele Lehrkräfte arbeiten bereits heute dauerhaft an ihrer Belastungsgrenze. Eine weitere Erhöhung der Arbeitszeit ignoriert die Realität an unseren Schulen und geht zulasten von Unterrichtsqualität und Gesundheit“, sagt der bildungspolitische Sprecher von Volt Hamburg, Patrick Fischer.

Aktuelle Studien zeigen, dass Lehrkräfte schon jetzt regelmäßig mehr arbeiten als offiziell vorgesehen. Neben Unterricht prägen Vor- und Nachbereitung, Korrekturen, Verwaltungsaufgaben sowie steigende pädagogische Anforderungen den Arbeitsalltag. Statt zusätzlicher Belastung brauche es daher gezielte Entlastung und bessere Rahmenbedingungen.

Strukturelle Kürzungen verschärfen den Personaldruck

Neben der Arbeitszeiterhöhung sieht Volt Hamburg auch die geplanten strukturellen Änderungen kritisch. Höhere Basisfrequenzen und geringere Vertretungsreserven erhöhen den Druck auf Schulen und führen faktisch zu getarnten Stellenkürzungen. Größere Lerngruppen mögen sich nicht unmittelbar auf Lernergebnisse auswirken, erschweren jedoch individuelle Förderung und erhöhen den Arbeitsaufwand der Lehrkräfte.

Volt Hamburg, das sich für eine Schule für alle ab der Sekundarstufe ausspricht, sieht in der ungleichen Basisfrequenzerhöhung in der Mittelstufe – lediglich in Gymnasien, nicht aber in Stadtteilschulen – weitere Zweifel an der Legitimation der Zweigliedrigkeit. Die stärkere Belastung der Gymnasien sorgt für unnötigen politischen Sprengstoff.

Inklusiven Ganztag erhalten

Auch die geplanten Veränderungen an Grundschulen bewertet Volt kritisch. Die stärkere Trennung von Unterricht und Ganztag schwächt die gemeinsame pädagogische Verantwortung von Lehrkräften und Erzieher*innen und gefährdet den inklusiven Ganztag.

Bildung braucht Investitionen

Für Volt Hamburg stehen die Maßnahmen im Widerspruch zu einer zukunftsorientierten Bildungspolitik. Angesichts wachsender Herausforderungen durch Inklusion, Heterogenität und Fachkräftemangel braucht Hamburg Investitionen in Schulen statt weiterer Einsparungen.

Patrick Fischer abschließend: „Die Schule der Zukunft entsteht nicht durch längere Arbeitszeiten und weniger Personal. Sie entsteht dort, wo Lehrkräfte Zeit für gute Bildung, individuelle Förderung und Zusammenarbeit haben. Wer Bildung stärken will, muss in Menschen investieren – nicht bei ihnen sparen.“