Debatte um Windkraft in Dresden

Am 04. Juni stimmt der Stadtrat über Vorzugsflächen ab, auf denen zukünftig Windkraftanlagen stehen könnten. Der Entwurf des Regionalen Planungsverbandes Oberes Elbtal/Osterzgebirge gibt Dresden lediglich Mitsprache in der Planung. Doch die fossilen Parteien im Stadtrat machen eine Grundsatzdebatte daraus. Es droht eine Ablehnung dieser Entwürfe, wodurch Windkraft nicht automatisch verhindert wird – sondern lediglich die Planungen ohne Dresden fortgesetzt werden.

1. Jun 2026

Windenergie stärkt Dresden

Eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium hat gezeigt: Dresdens Einnahmen aus Solar- und Windenergie würden sich bis 2033 mehr als verdreifachen – wenn die Ausbauziele weiter verfolgt werden. Einnahmen, die direkt aus Gewerbesteuern, Verpachtung und Gewinnanteilen fließen.

Diese Mittel würden direkt den Dresdner:innen zugute kommen – und wir haben konkrete Ideen, wie wir sie sinnvoll einsetzen können:

  • Bessere Ausstattung von Schulen

  • Finanzierung von Kinder- und Jugendhäusern (derzeit durch Kürzungshaushalt geschlossen)

  • Förderungen von ÖPNV und E-Mobilität

  • Errichtung von Grünflächen und (Trink-) Brunnen für heiße Sommertage

  • Ausbau von Radwegen und Fahrradparkhäusern ...

Die Liste an Möglichkeiten kennt kein Ende. Nutzen wir diese Chance!

Sozial gerechte Klimapolitik kommt bei den Menschen an

Anliegende Anwohner:innen in Dresden haben die Chance, direkt finanziell zu profitieren – beispielsweise in Form von vergünstigten Strom oder Jahresgutschriften. Am größten wäre dieser Effekt sogar, wenn Energiegenossenschaften gebildet werden würden, d.h. die Bürger selbst zu Betreibern werden – statt Konzerne.

Windenergie kommt also nicht nur bei dir im Haus an - sie spart sogar deinen Geldbeutel.

Erneuerbare Energien sind Standortfaktor für Unternehmen

Dresden ist Industriestandort. Mitten drin: das "Silicon Saxony" – Europas größtes Netzwerk für Mikroelektronik. BOSCH, GLOBALFOUNDRIES, Infineon, JENOPTIK und nun auch TSMC aus Taiwan stellen hier in Dresden die modernste Halbleitertechnik der Welt her. TSMC selbst wirbt damit, sich ausschließlich mit Strom zu versorgen, der aus erneuerbaren Energieanlagen erzeugt wurde. Ohne diesen, droht das Unternehmen abzuwandern, das gerade erst seine Anlagen im Dresdner Norden baut.

Dresden als Industriestandort kann sich diesen Rückschritt nicht leisten – Windenergie ist nicht nur Klimaschutz, sondern auch Standortsicherung.

Konsequente Klimapolitik

Dresden steht nicht nur für Innovation und Industrie, sondern auch für Verantwortung: Klimaschutz ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Desto eher uns der Umstieg auf die Erneuerbaren gelingt, desto weniger müssen die Bürger:innen für die steigende CO2-Bepreisung zahlen und desto weniger macht sich Dresden von Öl und Gas aus anderen Staaten sowie schwankenden Stromnpreisen abhängig. Erneuerbare Energien leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Energiesicherheit.

Ersetzungsantrag im Stadtrat eingebracht

Im Bündnis mit den "Piraten Dresden" und der Partei "Die PARTEI" reichen wir gemeinsam als Dresdner Stadtratsfraktion (PVP-Kooperation) einen Gegenentwurf ein, der einen konstruktiven Weg einschlägt. Anstatt die Pläne des Regionalverbandes pauschal abzulehnen, setzen wir uns dafür ein, in den Verhandlungen mit den künftigen Windanlagen-Betreibern und der Stadt Dresden den größtmöglichen Mehrwert für die Bürger:innen und Anwohner:innen herauszuholen.

Neben transparenten Informations- und Beteiligungsformaten, um die Menschen vor Ort aktiv einzubinden und Vorbehalte abzubauen, könnten urbane Windkraftanlagen auf Dächern einen weiteren Beitrag für eine umweltfreundliche und dezentrale Energieversorgung leisten – ähnlich wie Solaranlagen.

Windenergie ist ein zentraler Baustein für die klimaneutrale Zukunft Dresdens. Die PVP-Kooperation zeigt, dass es nicht um Blockaden, sondern um Lösungen geht, die Umwelt, Wirtschaft und Bürger:innen gleichermaßen berücksichtigen.