Hochland Jugend (HJ) in Dresden: Wenn die Stadt Jugendliche im Stich lässt, füllen Rechtsextreme diese Lücke

Einschüchterungen, körperlicher Gewalt, völkisch-rassistische Flugblätter und Sticker – in den Orten Pappritz und Gönnsdorf im Schönfelder Hochland ist eine rechtsextreme Gruppierung aktiv – die "Hochland Jugend" (HJ).

Sie ist nicht nur eine echte Bedrohung für das Zusammenleben, sie ist eine Gefahr für unsere Demokratie – für das Funktionieren dieser Stadt. Dagegen anzugehen und Kinder und Jugendliche zu unterstützen, muss unsere Priorität sein – auch im Dresdner Haushalt.

26. Apr 2026

Anwohner in den betroffenen Ortschaften erleben selbst die Aktivitäten der rechtsextremen Gruppe, was den Menschen vor Ort Angst macht, so ein Beobachter.

Das Gefühl von Bedrohung und Unterdrückung hat eine direkte Auswirkung auf den demokratischen Zusammenhalt. Der Ortschaftsrat Schönfeld-Weißig beschäftigte sich zwar bereits mit diesem Fall, ließ allerdings aufgrund von den dortigen Mehrheiten keine Maßnahmen folgen und schob die Verantwortung auf die Stadt Dresden.

Doch was wird die Stadt wirklich tun?

Für uns ist klar: Diese Gruppierungen entstehen nicht einfach aus dem Nichts, sie sind die Folge von fehlender Präventionsarbeit in Schulen und Freizeitangeboten wie Jugendclubs. Der Stadthaushalt enthält große Einsparungen im Kultur- und Sozialbereich, insbesondere in der Kinder- und Jugendhilfe. Zuletzt lehnte der Stadtrat einen Antrag ab, der fehlende Gelder für Kinder- und Jugendhäuser begleichen sollte. Abgesehen vom Moosmutzelhaus mussten alle anderen Häuser nun schließen oder können mithilfe von Spenden ein knappes Mindestangebot aufrechterhalten.

Doch statt diese fatale Entwicklung zu stoppen, setzt der Stadtrat die Kürzungsspirale in den derzeitigen Haushaltsverhandlungen fort. Die Folgen werden besonders die Schwächsten treffen. Diese Entwicklung muss gestoppt werden. Kinder und Jugendliche verdienen faire Chancen für ihre Entwicklung. Sie benötigen Orte, an denen sie sich begegnen, Gemeinschaft erfahren sowie Hilfe und Unterstützung erhalten können. Und nicht das Gefühl von Ausgrenzung oder vergessen zu werden.

Die Rechnung ist einfach – und sie geht auf Kosten aller: Wer nicht in die Menschen investiert, gefährdet die Sicherheit unserer Gesellschaft. Wer bei Kindern und Jugend kürzt, kürzt an der Zukunft dieser Stadt.