Darmstadt bekommt seinen ersten Bürgerrat: Mehr Mitsprache beim Wachstum der Stadt

Pressemitteilung der Volt-Fraktion vom 17. Februar 2026

17. Feb 2026
Computerbildschirm, auf dem der Antrag für einen Bürgerrat in Darmstadt im Parlamentsinformationssystem zu sehen ist

Ein zentrales Anliegen von Volt wird Realität: Darmstadt führt repräsentative Bürgerräte ein. Auf Initiative der Volt-Fraktion beauftragt die Koalition aus Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Volt den Magistrat in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 19. Februar 2026 offiziell mit der Konzeption dieses demokratischen Instruments. Damit löst Volt ein Kernversprechen ein: die Stadtentwicklung nicht nur politisch zu verwalten, sondern die Bürger:innen direkt mitentscheiden zu lassen, wie ihre Stadt wächst.

„Echte Bürgerbeteiligung ist für uns kein nettes Extra, sondern ein Erfolgsrezept für tragfähige Lösungen“, betont Frederik Jobst, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Volt. „Mit Bürgerräten holen wir uns ungefiltertes Feedback und brechen verhärtete Debatten auf. Wir sollten den Mut haben, Verantwortung zu teilen, und darauf vertrauen, dass informierte Bürger:innen oft bessere Kompromisse finden als reine Parteipolitik.“

Bürgerräte haben sich in vielen Städten in Deutschland und auch in Europa bereits bewährt: Zum Beispiel werden in Irland bei vielen wichtigen Entscheidungen repräsentative Bürgerräte hinzugezogen, zu Themen wie dem Wandel von Klima und Demographie oder dem Umgang mit Drogen. Auf Initiative von Volt wurde im Laufe der Legislatur eine Strategie zur Einführung eines ersten Bürgerrats mit einem geeigneten Thema entwickelt.

Ein Format für alle, nicht nur für Profis

Bisherige Formate wie die jährliche Wachstumskonferenz bündeln zwar erfolgreich fachliche Expertise aus Wissenschaft und Wirtschaft, erreichen jedoch oft vor allem ein Fachpublikum. Der neue Bürgerrat wird genau hier ansetzen und als gezielte Ergänzung über einen längeren Zeitraum zu dem Thema diskutieren. Ein spezielles Losverfahren stellt sicher, dass das Gremium die Darmstädter Bevölkerung zum Beispiel in Bezug auf Alter, Geschlecht und Wohnort möglichst genau abbildet. Zudem erhalten die Teilnehmenden Input von Expert:innen unterschiedlicher Fachrichtungen, um eine fundierte Faktenbasis zu haben. 

„Mit Bürgerräten öffnen wir die Wachstumsdebatte für Menschen, die bisher wenig Zugang zu solchen Diskussionen hatten. Das stärkt das Vertrauen in politische Entscheidungen und die Identifikation mit der Stadt, in der wir leben“, erläutert Volt-Fraktionsvorsitzende Ana Lena Herrling.

Demokratisches Update für Darmstadt

Inhaltlich wird sich der erste Bürgerrat mit den Chancen und Herausforderungen des Wachstums auseinandersetzen – zum Beispiel wenn es um Wohnraum und Betreuungsplätze geht. Die Ergebnisse sollen nicht in der Schublade landen: Empfehlungen, die von einer Zweidrittelmehrheit des Bürgerrats getragen werden, werden dem Stadtparlament vorgelegt, das darüber diskutiert und abstimmt.

Das Konzept für Durchführung und Evaluation des ersten Bürgerrats soll bis Ende Juni 2026 vorliegen. Ziel ist es, nach einem erfolgreichen Pilotprojekt Bürgerräte zu verschiedenen Themen als Instrument der Bürgerbeteiligung zu etablieren.

Frederik Jobst bewertet die Initiative so: „Bürgerräte sind ein demokratisches Update für Darmstadt und ein europäischer Gegenentwurf zu Polarisierung und Populismus. Wir schaffen damit einen Raum für faktenbasierte Diskussionen jenseits von Wahlkampfparolen. Wenn wir es schaffen, diverse Perspektiven an einen Tisch zu bringen und gemeinsam tragfähige Kompromisse zu erarbeiten, stärken wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt nachhaltig.“