Menschen sind keine Zombies

CDU-Rhetorik überschreitet eine rote Linie.

19. Jan 2026

Die aktuellen Aussagen des Frankfurter CDU-Vorsitzenden Nils Kößler über Menschen im Bahnhofsviertel sind inakzeptabel. Kößler äußerte in seiner Rede beim CDU-Kreisparteitag am 17.01.2026 nicht nur Verständnis für Zeitungsberichte, die drogenabhängige Menschen im Frankfurter Bahnhofsviertel mit „Zombies“ gleichsetzen, er bezeichnete die Suchtkranken auch selbst als “mehr tot als lebendig“. 

Der Grund für Kößlers Wortwahl ist bekannt: Die Union lässt sich vom populistischen Druck von Rechtsaußen treiben, statt ihm mit Fakten zu begegnen. Bedrohungsszenarien werden aufgebaut, bestimmte Gruppen sprachlich abgewertet und anschließend Maßnahmen wie mehr Kameraüberwachung oder eine Ausweitung von Waffenverbotszonen als alternativlose Lösung dargestellt. Komplexe soziale Realitäten oder kriminalstatistische und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse spielen dabei kaum eine Rolle. 

Fakt ist: Die Kriminalität im Bahnhofsviertel nimmt ab, Frankfurt verfügt bereits heute über eine umfangreiche Videoüberwachung an zentralen Orten und Menschen, ob suchtkrank oder nicht, sind keine Zombies. Sie haben Pläne, sie haben Sorgen und sie haben Würde.

Auch wenn die Kriminalitätsraten insgesamt sinken, kennen viele Menschen in Frankfurt dieses Gefühl der Unsicherheit. Das lässt sich aber nicht mit martialischer Sprache, Ausgrenzung und Entmenschlichung lösen,

sagt Tiara Mengel, die für Volt Frankfurt für die Stadtverordnetenversammlung kandidiert.

Stattdessen baut Volt beispielsweise auf eine bessere Beleuchtung von öffentlichen Plätzen, eine Ausweitung des “Heimwegtelefons” und die konsequente Weiterführung des Frankfurter Wegs. Philipp Winghart, der ebenfalls für den Römer kandidiert, ergänzt:

Außerdem brauchen Stadtpolizei, Feuerwehr und Rettungsdienste ausreichend Personal und Ausrüstung. Politische Entscheidungen müssen sich an Wirksamkeit orientieren, nicht an Symbolik. 

Volt Frankfurt fordert eine klare Abkehr von polarisierender Sprache, Respekt gegenüber den Schwächsten dieser Stadt und ein klares Bekenntnis dazu, dass Menschenwürde nicht  verhandelbar ist. Auch nicht im Wahlkampf.