Bibliothek der Zukunft
Die Pläne, den ehemaligen Kaufhof in Neuss am Konvent in eine moderne „Bibliothek der Zukunft“ umzuwandeln, haben Anfang 2026 entscheidende Hürden genommen.
Die Stadtbibliothek soll zum Hauptmieter des Gebäudes werden und die oberen Etagen beziehen. Das Ziel ist kein klassisches Bücherlager, sondern ein „Dritter Ort“:
Offene Raumkonzepte: Viel Platz für Austausch, kulturelle Veranstaltungen und Co-Working.
Bildungs-Campus: Integration von schulischen Nutzungen und modernen Lernbereichen (ähnlich dem erfolgreichen Modell der Zentralbibliothek in Düsseldorf).
Aufwertung der Innenstadt: Durch die Bibliothek als Frequenzbringer (ca. 160.000 Besucher pro Jahr erwartet) soll die Fußgängerzone belebt werden.
Die Bibliothek ist Teil eines größeren Nutzungsmixes, um das riesige Areal wirtschaftlich und sozial sinnvoll zu füllen:
Erdgeschoss: Hier sind Gastronomie, Nahversorgung sowie Flächen für Freizeit und Gesundheit geplant.
Medizin & Gesundheit: Im ersten Obergeschoss sollen Arztpraxen (Haus- und Fachärzte) einziehen.
Wohnen: Der alte Büroturm am Meererhof wird abgerissen. Ein Neubau an dieser Stelle sowie Teile des Bestandsgebäudes sollen Raum für 50 bis 60 Wohnungen bieten (ein Drittel davon preisgebunden/bezahlbar).
Highlight: Auf dem Dach ist eine Rooftop-Bar vorgesehen.
Investition: Die Stadt Neuss plant mit einem Budget von rund 50 Millionen Euro für das gesamte Projekt.
Förderung: Ein Teil (ca. 12,5 Mio. Euro) soll über Bundes-Fördermittel finanziert werden.
Status: Der Hauptausschuss hat dem Umzug im Februar 2026 zugestimmt. Der Umbau soll zeitnah beginnen, wobei ein erster Bauabschnitt bereits für 2026/2027 anvisiert wird.
Durch den Auszug der Bibliothek aus dem aktuellen Gebäude am Neumarkt wird dort wertvoller Platz frei. Geplant ist, am alten Standort Platz für ca. 90 bezahlbare Mietwohnungen sowie einen Campus für das Erzbischöfliche Berufskolleg zu schaffen.
Volt Neuss begrüßt die Pläne für den ehemaligen Kaufhof ausdrücklich, da sie fast eins zu eins die Kernforderungen von Volt an eine moderne Stadtentwicklung widerspiegeln und ideal mit ihrem europäischen „Best-Practice“-Ansatz einher gehen.
Der „Dritte Ort“ nach europäischem Vorbild
Volt setzt sich massiv für das Konzept der Bibliothek als Wohnzimmer der Stadt ein. Als Vorbild dient hier oft die Zentralbibliothek in Düsseldorf oder preisgekrönte Projekte aus Skandinavien und den Niederlanden.
Eine Bibliothek darf kein staubiges Bücherlager sein, sondern ein offener Raum für Co-Working, digitale Bildung und sozialen Austausch – genau das sieht das Neusser Konzept vor.
Eines der Hauptanliegen von Volt ist die Abkehr von reinen Einkaufs-Innenstädten.
Dass im Kaufhof neben der Bibliothek auch Arztpraxen, Wohnraum und Gastronomie (Rooftop-Bar) entstehen, entspricht der Volt-Forderung nach „smarten, gemischt genutzten Quartieren“. Dies macht die Innenstadt resilienter gegen das Ladensterben.