Zukunft für Mannheim
Eine Stadt die mehr erreichen kann
Mannheim ist eine tolle Stadt, hat aber auch noch großes Potenzial, besser zu werden. Wir wollen deshalb den Blick über die Stadtgrenzen hinaus richten und von den besten Lösungen Europas lernen. Volt verbindet Menschen und Ideen aus ganz Europa und bringt sogenannte "Best Practices" aus anderen europäischen Städten und Ländern nach Mannheim – angepasst an die Bedürfnisse unserer Stadt. Denn Europa ist für uns nicht nur ein politisches Projekt in Brüssel: Wir wollen Europa nach Mannheim holen und zeigen, was europäische Zusammenarbeit vor Ort bewirken kann.
Mobilität
KI‑Ampeln gegen Stau
Problem:
Autofahrer stehen an roten Ampeln, obwohl keine Fahrzeuge queren. Busse verlieren Zeit, Rettungsfahrzeuge kommen langsamer durch.
Ursache:
Moderne Technologien werden noch nicht ausreichend für eine intelligente Verkehrssteuerung genutzt.
Lösung:
KI analysiert die Verkehrsdichte in Echtzeit.
Ampeln passen sich automatisch an.
Busse und Rettungswagen erhalten Vorrang/grüne Welle.
Der Verkehrsfluss wird kontinuierlich optimiert.
Best Practice:
Kopenhagen und Hamburg nutzen intelligente Verkehrssteuerung, die den Verkehr in Echtzeit analysiert.
Ziel:
Bis 2030 - 20 % weniger Stau, kürzere Fahrzeiten, weniger CO₂‑Ausstoß – ohne Verbote.
Grüne Welle auf den Hauptachsen
Problem:
Stop‑and‑Go‑Verkehr auf B38, Augustaanlage und Zufahrtsstraßen.
Ursache:
Fehlende Synchronisierung der Ampelschaltungen auf den Hauptverkehrsachsen.
Lösung:
Intelligente Grüne‑Welle‑Systeme.
Synchronisierung wichtiger Einfallstraßen.
Vorrang für Straßenbahnen.
Best Practice:
Kopenhagen und Wien steuern ganze Verkehrsachsen synchron.
Ziel:
Weniger Stau, weniger Lärm, geringerer Spritverbrauch.
Eine Mobilitäts‑App für alles
Problem:
Bus‑App, Bahn‑App, Carsharing‑App, Park‑App – alles getrennt.
Ursache:
Fehlende Integration der Verkehrsanbieter und Abrechnungssysteme.
Lösung:
Eine Rhein‑Neckar‑App für VRN, RNV, Deutsche Bahn, Carsharing, Leihfahrräder, E‑Scooter und Parkhäuser.
Einheitliches Konto und zentrale Bezahlung.
Best Practice:
Helsinki gilt als Vorreiter von „Mobility as a Service“.
Ziel:
Einfacher Zugang zu allen Verkehrsangeboten.
Parkplatzsuche abschaffen
Problem:
Ein erheblicher Teil des Innenstadtverkehrs entsteht durch Parkplatzsuche.
Ursache:
Freie Parkplätze müssen überwiegend manuell gesucht werden.
Lösung:
Sensoren in Parkhäusern.
App zeigt freie Plätze.
Digitale Anzeigetafeln an Einfallstraßen.
Direkte Navigation zum freien Stellplatz.
Best Practice:
Barcelona nutzt Sensoren und digitale Parkplatzführung.
Ziel:
Weniger Suchverkehr, weniger Stress, bessere Luftqualität.
Schnellradwege
Problem:
Viele Menschen würden Radfahren, fühlen sich aber unsicher.
Ursache:
Fehlende bauliche Trennung und unklare Verkehrsführung.
Lösung:
Geschützte Hauptrouten und sichere Kreuzungen.
Durchgehende Verbindungen zwischen Neckarstadt, Innenstadt, Lindenhof, Käfertal
und Vogelstang.
Best Practice:
Utrecht und Kopenhagen setzen auf baulich getrennte Radwege.
Ziel:
Nicht gegen Autos, sondern sichere Alternativen schaffen.
Tempo‑Zonen klar strukturieren
Problem:
Uneinheitliche Geschwindigkeitsregelungen führen zu Unsicherheit und Lärmbelastung.
Ursache:
Fehlende abgestufte Verkehrsberuhigung nach Nutzung und Lage.
Lösung:
Klare Struktur: Tempo 130 – 90 – 70 – 50 – 30 – verkehrsberuhigt.
Anpassung an Anlieger‑, Liefer‑ und Durchgangsverkehr.
Best Practice:
Zürich und Graz kombinieren abgestufte Temporegime mit Lärmschutz und Sicherheit.
Ziel:
Klare, übersichtliche Strukturen und gibt weniger das Gefühl von Willkür.
Kinder, Jugend und Bildung
Freizeit und Begegnung
Problem:
In einigen Mannheimer Stadtteilen, insbesondere im Neubaugebiet Spinelli, fehlen ausreichend Freizeit‑ und Begegnungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.
Ursache:
Fehlende finanzielle Mittel, Personalmangel und langwierige Planungsprozesse erschweren den Ausbau von Jugend‑ und Freizeiteinrichtungen.
Lösung:
Mehr Jugendtreffs schaffen, insbesondere in Vierteln ohne Angebot (z. B. Spinelli).
Zusammenarbeit mit Vereinen, Kirchen und Stiftungen
Mobile Jugendarbeit, Sozialarbeiter gehen direkt zu den Treffpunkten der Jugendlichen
Öffentliche Plätze und Vereinsräume generationsübergreifend nutzbar gestalten.
Freizeitangebote in Sport, Musik, Kunst & Kultur, Kochen etc.
Unterstützung bei Schule, Bewerbungen und Problemen.
Best Practice:
Die Mobile Jugendarbeit Stuttgart gilt als Vorreiter für aufsuchende Jugendarbeit in Deutschland. Sie kombiniert klassische Streetwork mit digitalen Ansätzen („Digital Streetwork“) und erreicht Jugendliche direkt an ihren Treffpunkten – offline und online. Grundlage sind die fachlichen Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork/Mobile Jugendarbeit e. V., die bundesweit als Qualitätsrahmen für niedrigschwellige, sozialraumorientierte Jugendhilfe dienen.
Ziel:
Mehr Begegnung, Teilhabe und Chancen für Jugendliche in allen Stadtteilen.
KiTa‑Plätze und Fachkräfte
Problem:
Zu wenig KiTa‑Plätze und Fachkräftemangel.
Ursache:
Stadt stoppt KiTa‑Ausbau wegen sinkender Geburtenraten, obwohl tausende Plätze fehlen.
Lösung:
Stadt muss wieder mehr in den Bau von KiTas investieren.
Ausländische Fachkräfte als Erzieher:innen gewinnen.
Quereinstiege ermöglichen und praxisintegrierte Ausbildungen fördern.
Best Practice:
Ziel:
Mehr Betreuungsplätze und qualifiziertes Personal für frühe Bildung.
Eltern und Kosten
Problem:
Kosten steigen für Eltern bei Kinderbetreuung, viele können Gebühren nicht mehr tragen.
Ursache:
Seit Januar 2026 wird die städtische Kita‑Förderung schrittweise abgebaut.
Lösung:
Förderung nicht abbauen, sondern wieder aufbauen.
Best Practice:
Skandinavische Länder wie Dänemark und Schweden begegnen dem Personalmangel in Kitas mit praxisnaher Ausbildung, flexiblen Arbeitszeiten und gezielter Fachkräftegewinnung. Sie fördern den Wiedereinstieg von Eltern und setzen auf digitale Systeme, um Verwaltung zu vereinfachen. Multiprofessionelle Teams teilen Aufgaben klar auf und entlasten pädagogisches Personal. Staatliche Programme sichern attraktive Arbeitsbedingungen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Dadurch konnten Qualität und Personalstabilität in der frühkindlichen Bildung deutlich verbessert werden
Ziel:
Gerechte Bildungschancen und finanzielle Entlastung für Familien.
Schulen und Lehrermangel
Problem:
Schulstunden fallen ersatzlos aus – Lehrermangel und fehlende Vertretungen.
Ursache:
Zu wenig Personal und fehlende Kooperation mit außerschulischen Partnern.
Lösung:
Unternehmen, Vereine und Personen sollen Leerstunden mit Praxiswissen füllen.
Mehr Gemeinschaftsschulen nach Vorbild der IGMH schaffen.
Best Practice:
Finnland: Bildung wird als gesamtgesellschaftliche Aufgabe versteht. Dort wird die Lehrerausbildung akademisch aufgewertet und mit intensiver Praxis verknüpft, wodurch der Beruf attraktiver wird. Schulen arbeiten in multiprofessionellen Teams mit pädagogischen Assistenzen und digitaler Unterstützung, um Lehrkräfte zu entlasten. Durch hohe Autonomie, Vertrauen und gezielte Nachwuchsförderung bleibt der Lehrerberuf in Finnland stabil und angesehen.
Ziel:
Kontinuierlicher Unterricht und stärkere Verbindung von Schule und Gesellschaft.
Sicherheit
Angsträume
Problem:
Viele Menschen, insbesondere Frauen, fühlen sich nachts unsicher – auf dem Heimweg, an Haltestellen oder in schlecht beleuchteten Straßen.
Ursache:
Fehlende Beleuchtung, eingeschränkte Nutzung des Frauennachttaxis und zu geringe Präsenz von Sicherheitspersonal im öffentlichen Raum.
Lösung:
Unterstützung des Jugend- und Frauen-Nachttaxis: bezuschusste Fahrten wieder aufstocken von 6 auf 20 Fahrten.
Nutzungszeitraum im Winter ab 20 Uhr oder früher starten.
Bessere Beleuchtung in schlecht beleuchteten Straßen und Gegenden.
Straßenbahnen mit sichtbarer „Security“ bzw. Ansprechperson zu besonderen Zeiten oder Veranstaltungen.
Best Practice:
München und Köln fördern Sicherheit durch Nachtfahrangebote, Beleuchtungskonzepte und Präsenz von Sicherheitspersonal im ÖPNV.
Ziel:
Mehr Sicherheit und Vertrauen im öffentlichen Raum – besonders für Frauen und vulnerable Gruppen.
Leben
Wohnen
Problem:
Kaum bezahlbarer Wohnraum durch stark steigende Mieten, lange Wartelisten und viele Bewerber auf Wohnungen sind vor allem für verändernde Lebenssituationen ein Problem
Ursache:
Zu wenig Wohnungsbau, vor allem zu wenig sozialer Wohnungsbau
Lösung:
Keine reinen Wohnsiedlungen bauen -> mehr lokale Geschäfte fördern, durch gesenkte Steuern und finanzielle Unterstützung (Einkommensteuer für z.B. 2 Jahre abschaffen)
Bezahlbaren Wohnraum schaffen
Bau und Erhalt von geeigneten und bezahlbaren Wohnräumen sichern durch GBG
Ehemalige Bürogebäude und Gewerbebauten zu Wohnungen umfunktionieren
Leerstände wieder beleben
Obdachlosigkeit -> mehr Hilfe in Wiedereinstieg ins Leben, mehr Plätze (Best Practice Finnland Housing First Prinzip)
Sozialbauquote (siehe Amsterdam)
Best Practice:
Sozialbauquoten, wie Hamburg’s Drittelmix, München’s SoBoN oder auch in Stuttgart, sowie Leerstandsabgaben sind effektive Mittel gegen steigende Mietpreise.
Ziel:
Langsamer steigende Miete, leichter und schneller neue Wohnungen zu finden
Nachhaltigkeit
Klimawandel und Stadtklima
Problem:
Der Klimawandel ist eine reale Gefahr, die sich Jahr für Jahr stärker bemerkbar macht – besonders durch steigende Temperaturen. Mannheim zählt bereits zu den heißesten Städten Deutschlands.
Ursache:
Dichte Bebauung, zu wenig Grünflächen und fehlende Maßnahmen zur Hitzeminderung.
Lösung:
Mehr Klimafeste zur Bewusstseinsbildung.
Pflanzung heimischer Bäume zur Förderung der Biodiversität.
Finanzierung und Organisation freiwilliger Aktionen, z. B. gegen invasive Arten wie die Traubenkirsche.
Einrichtung von Hitzeschutzräumen.
Mehr Trinkbrunnen und Wasserspender.
Verstärkte Begrünung, insbesondere in der Innenstadt.
Best Practice: Städte wie Freiburg, Rotterdam und Wien setzen auf kombinierte Begrünungs‑ und Wasserkonzepte zur Kühlung urbaner Räume. (Schwammstadt)
Ziel: Spürbare Abkühlung der Innenstadt, mehr Lebensqualität und aktiver Beitrag zur Klimaanpassung.
Saubere Stadt und Umweltbewusstsein
Problem:
An vielen Standorten wird Müll achtlos in die Natur oder auf den Boden geworfen.
Ursache:
Fehlende Entsorgungsmöglichkeiten und mangelnde Umweltbildung.
Lösung:
Mehr Mülleimer aufstellen.
Freiwillige Aufräum- und Säuberungsaktionen fördern.
Bessere Aufklärung an Schulen, insbesondere zur richtigen Mülltrennung.
Best Practice: Zürich und Stockholm kombinieren Umweltbildung mit Bürgeraktionen und digitaler Müllmeldung per App.
Ziel: Saubere öffentliche Räume und gestärktes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung.
Mannheim gibt Klimaziel 2030 auf
Problem:
Mannheim wollte bis 2030 klimaneutral werden, hat aber von 321 Maßnahmen erst 37 umgesetzt.
Ursache:
Fehlende finanzielle Mittel und mangelnder politischer Rückhalt bremsen die Umsetzung.
Lösung:
Fokus auf ein umfassendes Klimaanpassungskonzept, um die Wärmebelastung in der Innenstadt zu senken.
Ausbau von Grünflächen, Schattenzonen und Wasserflächen zur natürlichen Kühlung.
Nutzung innovativer Systeme wie das unterirdische Kühlkonzept von Paris als Vorbild.
Förderung von Dach- und Fassadenbegrünung, Trinkwasserbrunnen und schattenspendenden Bäumen.
Best Practice: Paris setzt auf ein unterirdisches Kältenetz, das öffentliche Gebäude und Plätze klimafreundlich temperiert.
Ziel: Spürbare Abkühlung der Innenstadt, bessere Lebensqualität und Anpassung an steigende Temperaturen – auch ohne vollständige Klimaneutralität bis 2030.