Welche Stadt wollen wir unseren Kindern hinterlassen?
Mit dieser Frage fing für mich alles an. Ich habe eine Patchworkfamilie mit fünf Kindern. Was verspricht Leipzig ihnen? Wie soll die Stadt in 20, 30, 50 Jahren aussehen? Gehen wir in eine Zukunft, auf die wir uns freuen?
Als OBM für Leipzig möchte ich nach vorne denken. Weil es dann auch im Hier und Jetzt besser wird. Weil wir dann wieder an uns glauben und Lust haben, Dinge anzupacken. Immer dann, wenn wir uns etwas zutrauen, sind wir stark. Dann blüht Leipzig auf. Dann zeigt sich die weltoffene Stadt, die wir lieben.
Zwei Herzensthemen treiben mich an:
1. Leipzig als Zukunftsstadt.
Ich sehe ein Leipzig, das wirtschaftlich stark ist und Europa mit seinen Ideen prägt.
Keine Frage: Leipzig ist bereits jetzt eine fantastische Stadt. Aber wir haben unser wirtschaftliches Potenzial nicht konsequent genutzt, um ein tragfähiges Gerüst für die Zukunft zu bauen. Die Folgen erlebe ich als Unternehmer jeden Tag.
Wir brauchen pragmatisches Handeln und können vom Erfolg anderer Großstädte lernen. Radfahren wie in Kopenhagen, Superblocks wie in Barcelona, sozialer Wohnungsbau wie in Wien. Warum nicht?
Vor meinem inneren Auge sehe ich einen Gründercampus, einen Welcomedesk, ein Unternehmerforum und eine Verwaltung, die Wirtschaft fördert, statt sie zu hemmen.
Wer sich mit solchen Ideen beschäftigt, stellt aber schnell fest: Es gibt schon Menschen, die sich dafür stark machen. Ihnen fehlt nur die Unterstützung der Stadt. Das will ich ändern.
2. Gemeinsam statt einsam.
Ich sehe ein Leipzig, in dem niemand vereinsamt und alle eingebunden sind.
Wir leben in einer Boomtown, und doch fühlen sich immer mehr Menschen isoliert. Das macht krank. Es betrifft die Seniorin im Plattenbau genauso wie den Studenten in der Südvorstadt. Besonders die junge Generation leidet.
Einsamkeit ist ein Thema, das mich eingeholt hat: Ich erlebe es in meiner Familie, ich erlebe es bei meinen Mitarbeitenden. Also habe ich mich eingearbeitet. Mein Fazit: Der Weg zur Hilfe ist zu lang! Von der Erkenntnis bis zur tatsächlichen Unterstützung liegen Hürden, die Betroffene oft nicht allein überwinden können. Dafür braucht es ein Umdenken in der ganzen Gesellschaft. Ich sehe ein Leipzig, das hier mit gutem Beispiel vorangeht. Mit einer Taskforce gegen soziale Isolation, die Forschung, Prävention und Rehabilitation zusammenbringt. Denn eine Stadt ist nur so stark wie der Zusammenhalt ihrer Menschen.
Um die kommenden Herausforderungen zu meistern, baue ich auf die Ideen der jungen Generationen und auf die Erfahrungen der Älteren.
Dann sehe ich ein Leipzig mit starker Zukunft. Ich sehe ein Leipzig, das Europa prägt, und umgekehrt: