Leipziger Buchmesse ist Symbol für Freiheit

Morgen beginnt die Buchmesse mit der Manga-Comic-Con und "Leipzig liest"

18. Mär 2026
Leipziger Buchmesse

Wir stehen als VOLT-Leipzig zu unserem vielgestaltigen kulturellen Erbe, da dieses die europäische Idee von Freiheit symbolisiert. Dieses Erbe ist kein statisches Relikt, sondern das Ergebnis eines europäischen Dialogs, der auf Austausch und Wettbewerb von Ideen gründet. Unsere gemeinsame Geschichte und Kultur ist hierbei ein zentraler Baustein, der eine einheitliche Stimme braucht, die sich für den Zusammenhalt von Europa und unsere Werte einsetzt. 

Die Medien, über die dieser Dialog ausgetragen wurde, haben sich seit der Erfindung des Buchdrucks gewandelt, zu einer digitaler werdenden vernetzten Kultur. Leipzig ist für diesen Wandel ein herausragendes Beispiel in Europa. Gerade in der Handels- und Messestadt ist diese Entwicklung sehr lebendig geblieben. Eine Erfolgsgeschichte in dem Zusammenhang ist das Buch, das in seiner Blütezeit maßgeblich zum Wohlstand der Stadt beitrug und aktuell mit der Leipziger Buchmesse fortbesteht. 

Die Anfänge finden sich im 15. Jahrhundert und sind natürlich eng mit Handel und der Warenmesse verbunden. Einen ersten Boom erlebte Leipzig im 18. Jahrhundert, wo die Stadt es schaffte, sich innerhalb von Europa zu einem bedeutenden Standort für das Buchwesen zu entwickeln. Dies lag an der liberalen Zensur, denn im protestantischen Sachsen wurde auf Deutsch gedruckt und so konnte sich in Leipzig eine einmalige Buchkultur etablieren.

Einen ersten Meilenstein legte hier die Gründung des Börsenvereins der deutschen Buchhändler im Jahre 1825, welche eine Interessenvertretung war, die sich gegen staatliche Zensur und für eine Urheberrechtsgesetzgebung einsetzte. Ein weiterer Höhepunkt war die "Internationale Ausstellung für Graphik und Buchgewerbe" (1914). Zu dieser Zeit verfügte die Stadt über etwa 500.000 EinwohnerInnen, wo 60.000 Leipziger in der Buchbranche ihr Einkommen fanden.

Die Buchmesse, wie wir sie heute kennen, nahm ihren Anfang 1998 mit der berühmten Glaskuppel des Architektenteams um Volkwin Marg. Interessant ist bei der Konstruktion des Tragwerks auf der Neuen Messe die Beteiligung von Ian Ritchie, welcher auch die Louvre-Pyramide in Paris entwarf. Eine Erneuerung gelang der Buchmesse im Jahr 2014, wo die Manga-Comic-Con Teil der Buchmesse wurde. In Kombination mit “Leipzig liest”, dem Lesefest an unterschiedlichen Orten im Stadtgebiet, ist hier ein Publikumsmagnet entstanden, der der Stadt Einnahmen in die leeren Kassen spielt. 

Seit der Wiedervereinigung ist die Buchmesse sowohl ein wirtschaftlicher Faktor als auch ein Symbol für Freiheit und Weltoffenheit. Deshalb setzen wir uns bei VOLT für ein Europa ein, das den Austausch stärkt: durch gemeinsame Öffentlichkeit, durch Schutz von Medienfreiheit und durch echte europäische Zusammenarbeit. Die Leipziger Buchmesse erinnert uns genau daran, wie dies gelingen kann und über welches Potenzial wir verfügen, wenn wir an uns glauben. Wir sollten mehr Mut haben, uns als Europäer zu unserer gemeinsamen Kultur und unseren Werten bekennen, damit wir eine gemeinsame Zukunft haben, die wir selbst gestalten. Daher machen wir uns bei VOLT stark für eine EU-Reform, welche ihren Namen wirklich verdient.

Unser Motto: Starkes Europa - starke Zukunft !