Volt setzt auf nachhaltige Erfolgsmodelle für Burgdorf
Thomas Traulsen, Anja Seidel und Patrick Roth kandidieren für den Burgdorfer Stadtrat
Burgdorf. Es ist Premiere in Burgdorf. Die bislang vor allem aus der Europa- und Landespolitik bekannte paneuropäische Partei Volt tritt für den Stadtrat an. Die drei Kandidierenden Thomas Traulsen, Anja Seidel und Patrick Roth möchten auf kommunaler Ebene und Patrick Roth auch auf Ebene der Regionsversammlung Verantwortung übernehmen. Sie bringen ein Programm mit, das sich u.a. mit den Themen Wohnen, Ordnung,
Bezahlbaren Wohnraum schaffen
Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf dem Wohnungsmarkt. Volt setzt sich für mehr bezahlbaren Wohnraum ein und möchte genossenschaftliche sowie mit der Stadtentwicklung Burgdorf GmbH kommunale Wohnprojekte fördern. Zudem sollen leerstehende Gebäude konsequent wieder einer Geschäfts- oder Wohnnutzung zugeführt werden. Nach dem Vorbild der Stadt Mechelen in Belgien sollen Eigentümer mit einer Leerstandssteuer dazu bewegt werden, ungenutzte Immobilien wieder auf den Markt zu bringen. Nach Ansicht der Partei wird dies das Wohnungsangebot erhöhen und gleichzeitig Innenstädte beleben.
Mehr Ordnung und Sicherheit
Im Bereich Sicherheit fordert Volt eine deutliche Stärkung der städtischen Ordnungsdienste. Dadurch sollen kommunale Aufgaben besser wahrgenommen und die Polizei entlastet werden.
An den Bahnstationen in Burgdorf, Otze und Ehlershausen sowie an Orten, an denen häufig Ordnungswidrigkeiten stattfinden, wie Wertstoffinseln z.B. Am Kleinen Brückendamm, spricht sich die Partei außerdem für den Einsatz von Videokameras aus. Diese sollen nach Vorstellung von Volt dazu beitragen, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu verhindern und zugleich die Aufklärung von Vorfällen zu erleichtern. Eine Videodatenauswertung per KI lehnt die Partei dabei ab. Gleichzeitig wird auch die Sozialarbeit verstärkt. So kann der neu gegründete Präventionsrat Burgdorf besser wirken. Das Ganze ist ebenfalls Teil des Erfolgsrezepts aus der belgischen Stadt Mechelen.
Klimaschutz vor Ort
Im Bereich Klima- und Umweltschutz möchte Volt mehrere Projekte voranbringen. Dazu gehört die Wiedervernässung von Mooren wie es beim Oldhorster Moor, bereits angegangen worden ist. Dies ist ein großer Hebel, um CO₂ zu speichern und Lebensräume zu erhalten. Gleichzeitig sollen mehr Bäume gepflanzt und mehr Fassaden und Dächer begrünt werden. “Lasst uns dort, wo es Gehwege zulassen, viele kleine Grünflächen entstehen lassen, z.B. Ecke Marktstraße/ Braunschweiger Straße oder Hannoversche Neustadt Nähe Schulstraße.” ermuntert Patrick Roth. “Abpflastern” nennt sich der Trend aus den Niederlanden. Nach zunehmend längeren Trockenphasen versickert so bei (Stark-)Regen mehr Wasser im Burgdorfer Boden, wird zu Grundwasser anstatt ungenutzt in die Kanalisation zu fließen. Begrünte Dächer und Fassaden halten ebenfalls Feuchtigkeit in der Stadt und sorgen für besseres Mikroklima. Außerdem bietet der Bewuchs Vögeln und Insekten Lebensraum. Gleichzeitig soll Burgdorf unabhängiger von fossilen Energien werden. Windräder sind bereits auf einem guten Wege, aber Photovoltaikanlagen gibt es noch zu wenig. “Solarenergie kann auch mit den begrünten Dächern kombiniert werden.”, betont Thomas Traulsen. Die städtischen Gebäude werden soweit möglich Vorbild.
Politik transparenter machen
Ein weiteres zentrales Anliegen der Kandidierenden ist eine stärkere Beteiligung der BürgerInnen an politischen Entscheidungen. Volt möchte öffentliche Sitzungen des Stadtrats und der Regionsversammlung live im Internet übertragen und dauerhaft online verfügbar machen.
Geplant ist außerdem ein digitales BürgerInnen-Frage-Portal. Dort sollen EinwohnerInnen ihren kommunalen VertreterInnen öffentlich Fragen stellen können. Ergänzend schlägt die Partei dauerhaft eingerichtete Beteiligungsräte vor. Repräsentative und per Los ausgewählte BürgerInnen dürfen freiwillig Empfehlungen für die Politik erarbeiten und sogar die Möglichkeit erhalten, eigene Anträge in den Rat einzubringen. Ein Erfolgsmodell z.B. auch aus Aachen.
Auch junge Menschen sollen stärker eingebunden werden. Deshalb setzt sich Volt für die Einrichtung eines Jugendparlamentes ein und möchte die Kinder- und Jugendarbeit weiter fördern. Dabei ist die Einführung eines Jugendbudgets vorgesehen. Über die Verwendung des Budgets entscheiden die Kinder und Jugendlichen selbst. “Sie sind damit an den Projekten direkt beteiligt, erleben so gleichzeitig Selbstwirksamkeit und lernen dadurch Verantwortung zu tragen.” stellt Anja Seidel dieses wichtige Anliegen heraus.
Digitalisierung und soziale Themen
Neben den genannten Schwerpunkten fordert Volt eine stärkere Digitalisierung kommunaler Verwaltungsleistungen. UnternehmensgründerInnen sollen über ein zentrales Online-Portal sämtliche notwendigen Behördengänge in sieben Werktagen digital erledigen können.
Im sozialen Bereich möchte die Partei in der Region die Unterstützung von Frauenhäusern ausbauen, zusätzliche Plätze schaffen und eine zentrale Koordinierungsstelle für Gewalt in sozialen Beziehungen einrichten.