Gemeinsam - ausschließen - doch gemeinsam die digitale Transformation gestalten

Ende Juni gab es eine Störung beim städtischen E-Mail-System. Oberbürgermeister Hanno Benz entzog daraufhin überraschend Volt-Dezernent Holger Klötzner die Verantwortung für das IT-Transformationsprojekt zur Ablösung der bestehenden Office-Suite. In deutlichen Gesprächen wurde in der Folgewoche geklärt, dass nur die gemeinsame Transformation, also Zusammenarbeit aus dem IT-Fachdezernat und der Verwaltungsleitung beim OB zum Erfolg führen wird. Hier unsere beiden Pressestatements dazu.

3. Jul 2026
Holger Klötzner Volt Darmstadt Juli 2026 Marvin-Fuchs-Fotografie

Darmstadt, 03. Juli 2026 –  Noch vor wenigen Monaten lobte der Oberbürgermeister Benz die Zusammenarbeit mit Dezernent Holger Klötzner und seine Strategie zur Modernisierung der städtischen IT-Infrastruktur auf offener Bühne und betonte, dass er den gemeinsamen Weg weitergehen möchte, unter anderem in seiner Neujahrsansprache und auf der Beteiligungsveranstaltung zur Digitalstrategie. Auch intern berichtet Holger Klötzner von der kooperativen Zusammenarbeit, auch im Rahmen der Einführung von Office 365, einem gemeinsamen Projekt beider Dezernate. 

Gemeinsam starten und einsam enden? 

Oberbürgermeister Benz verkündet per Pressemitteilung, dass er die Verantwortung für das IT-Transformationsprojekt zur Ablösung der bestehenden Office-Suite nun selbst übernommen habe. Dabei ist die Einführung von Office 365 seit Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt von Klötzner und Benz, an dem Mitarbeitende beider Dezernate beteiligt sind. Denn: Digitalisierung ist sowohl ein organisatorisches als auch ein technisches Thema.

Dass das seit über 25 Jahren genutzte System GroupWise dringend abgelöst werden muss, ist unstrittig und Konsens. Das Projekt zur Umstellung von Groupwise auf Office 365  ist vor  einem Jahr gestartet und in Kürze steht die Liveschaltung der ersten Verwaltungseinheiten bevor. Dass ein IT-Transformationsprojekt in einer öffentlichen Verwaltung mit rund 3.000 Mitarbeitenden eine mehrjährige, strukturierte Umsetzungszeit erfordert, ist Standard in der Welt der Informatik. Vor der Umstellung müssen Abläufe und Abhängigkeiten geklärt werden, die technischen Umzugsmodalitäten definiert und die neue Umgebung aufgesetzt werden, sodass der Wechsel dann möglichst reibungslos erfolgt, denn die Verwaltung soll ohne wesentliche operative Unterbrechung durchgehend arbeitsfähig sein. Als Wirtschaftsinformatiker schätzte Klötzner die Einführungszeit auf einen Zeitraum von bestenfalls drei bis höchstens fünf Jahren. Voraussetzung ist, dass die Abarbeitung in einem professionellen Rahmen mit externen Dienstleistern geschieht. 

Oberbürgermeister Benz war von Anfang an gleichberechtigt mit Dezernent Klötzner am Projekt und an der IT-Transformationsstrategie beteiligt. Sein jetziger Alleingang ist kein neuerliches Einbinden des OB, sondern ein gezieltes Ausschließen des Fachdezernenten.

Öffentliche Eskalation statt Problemlösung 

Der öffentliche Entzug des Projektes  während Klötzners einwöchigen Sommerurlaub zeugt  nicht von einer sachlichen, lösungsorientierten und kooperativen Führungskultur, die es für die auch von Hanno Benz gewünschte “neue Art der Politik” braucht. “Die unstrittig notwendige Ablösung einer veralteten Software geht nicht schneller, wenn mit Verantwortlichkeiten jongliert wird, statt sich auf die zügige Abarbeitung der bereits geplanten Projektschritte zu konzentrieren”, so Berit Walter, Local Lead Volt Darmstadt.

Holger Klötzner ist maßgeblicher Gestalter der Umstrukturierung und Modernisierung des Amts für IT und der Digitalstadt Darmstadt GmbH. Er hat das digitale Rathaus sowie die Open Data Plattform eingeführt, den Prozess zur Steuerung der Digitalisierungsvorhaben runderneuert und vor kurzem eine umfangreiche Digitalstrategie mit Fokus auf die digitale Verwaltung vorgelegt. 

Wir haben mit Holger Klötzner einen qualifizierten Fachmann als Dezernenten aufgestellt, der sachlich und mit teamorientierter Führungsstärke die digitale Infrastruktur der Stadt modern aufstellt und die richtigen Maßnahmen Schritt für Schritt umsetzt. Und das alles trotz widriger Rahmenbedingungen.

so Berit Walter, Local Lead von Volt Darmstadt.

Jetzt die richtigen Prioritäten setzen

Volt steht für eine sachbezogene, transparente und verlässliche Politik, die das Wohl der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellt.

Wir laden Oberbürgermeister Benz ein, gemeinsam mit uns im Haushaltsplan die notwendigen Prioritäten zu setzen, damit die Digitalisierung der Verwaltung noch schneller vorangehen kann. Darüber hinaus erwarten wir, dass der Oberbürgermeister den Fachdezernenten nach seinem Urlaub wieder in die gemeinsame Projektverantwortung einbindet.

sagt Ana Lena Herrling, Fraktionsvorsitzende von Volt Darmstadt.

Darmstadt, 10. Juli 2026 – Volt Darmstadt begrüßt, dass Oberbürgermeister Hanno Benz und Digitaldezernent Holger Klötzner nach dem Ausfall des städtischen E-Mail-Systems kurzfristig zu einem gemeinsamen Kurs gefunden haben. Dass beide Dezernate innerhalb weniger Tage mehrere gemeinsame Arbeitskreistreffen durchgeführt und sich auf zusätzliche Unterstützung für die städtische IT verständigt haben, ist ein wichtiges Signal für die Handlungsfähigkeit der Verwaltung. Besonders positiv bewertet Volt, dass fünf zusätzliche Stellen zur Stabilisierung und Modernisierung der IT geschaffen werden sollen und bereits öffentlich ausgeschrieben sind.

Die Modernisierung der Verwaltung ist zu wichtig, um sie parteipolitisch zu blockieren. Dass Oberbürgermeister und Digitaldezernent hier schnell zu einer gemeinsamen Lösung gefunden haben, zeigt: Wenn alle Beteiligten lösungsorientiert arbeiten, können auch in einer politisch schwierigen Lage Fortschritte gelingen.

erklärt Justin Krampe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Volt Darmstadt.

Volt hat sich gegenüber dem neuen Minderheitsbündnis und seinem Verständnis, Entscheidungen in Darmstadt zu treffen,  kritisch geäußert. Die jetzige Zusammenarbeit ist ein positives Beispiel dafür, wie Politik in Darmstadt künftig funktionieren kann: nicht durch abgeschlossene Lager, sondern durch gemeinsame Arbeit an konkreten Lösungen, frühe Einbindung der Beteiligten und dann tragfähigen, wechselnden Mehrheiten.

Wir danken beiden Dezernenten für die konstruktive Zusammenarbeit. Genau diese Form der lösungsorientierten Politik braucht Darmstadt.

so Berit Walter, Local Lead Volt Darmstadt.