Neue Schadstoffmessungen am Fliegerhorst: Volt fordert endlich lückenlose Aufklärung
Nach den alarmierenden Ergebnissen der Schadstoffmessungen des „Vereins für Nachhaltige Stadtentwicklung Oldenburg e.V.“ fordert Volt Oldenburg eine unmittelbare Reaktion der Stadt sowie lückenlose Aufklärung, um langfristige Schäden von der Stadt, ihren Bürger*innen und der Umwelt abzuwenden.
Der gemeinnützige „Verein für Nachhaltige Stadtentwicklung Oldenburg e.V.“ hat Anfang August 2026 Wasser- und Sedimentproben aus der Flugplatzbäke am Peerdebrok/Fliegerhorst untersuchen lassen. Die ersten Ergebnisse sind alarmierend: Im Wasser wurden unter anderem 1,5 µg/l Benzo(a)pyren festgestellt. Auch im Sediment wurden PKA-haltige Stoffe oberhalb des herangezogenen Prüfwertes festgestellt. Diese liegen ebenfalls um ein Vielfaches über dem herangezogenen Prüfwert.
Besonders schwer wiegt für Volt, dass der Rat der Stadt bereits im August 2025 weitere Untersuchungen des ehemaligen Schießstandes beschlossen hat. Der Rat hatte der Stadt den Auftrag erteilt, die ehemalige Schießbahn gründlich zu untersuchen und gegebenenfalls belastete Stoffe fachgerecht zu entsorgen. Inzwischen argumentiert die Verwaltung, dass der Beschluss aufgrund der Einstellung des Umweltstrafverfahrens seiner ursprünglichen Grundlage entbehre. „Ein Ratsbeschluss verschwindet nicht dadurch, dass sich die rechtliche Bewertung eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens verändert“, so Tim Sigl City-Lead von Volt Oldenburg. „Der politische Auftrag zur Aufklärung bleibt bestehen. Wenn jetzt auch noch neue Untersuchungsergebnisse zusätzliche Fragen aufwerfen, ist das vielmehr ein weiterer Grund, den Beschluss umzusetzen.“
Hinzu kommen die weiterhin bestehenden Fragen rund um die Korruptionsvorwürfe im Umfeld der Stadtverwaltung, den Umgang mit der Hinweisgeberin sowie die Rolle beteiligter Gutachter. Auch die laufenden Ermittlungen wegen des Verdachts auf Korruption und Betrug zeigen, dass das Thema „Fliegerhorst“ keineswegs abschließend aufgearbeitet ist.
Volt Oldenburg fordert deshalb:
die unverzügliche Umsetzung des Ratsbeschlusses von August 2025,
sofortige unabhängige Untersuchungen und geeignete Bodenschürfungen am ehemaligen Schießstand,
Untersuchungen der möglichen Schadstoffpfade in Boden, Wasser und Grundwasser,
vollständige Transparenz über die Beauftragung und weitere Tätigkeit beteiligter Gutachter,
eine unabhängige Aufarbeitung des Umgangs mit der Hinweisgeberin und
eine transparente Aufarbeitung der Korruptionsvorwürfe und laufenden Ermittlungen.
eine Überprüfung und ggf. Anpassung der Anti-Korruptionsstrategie innerhalb der Verwaltung
„Wir wollen endlich unabhängige, fachlich versierte Fakten und vor allem eine Verwaltungsspitze, die Verantwortung übernimmt, statt wegschaut“, fasst Sigl zusammen.
Abschließend möchte Volt Oldenburg betonen, dass es nicht hinnehmbar ist, dass ein ehrenamtlicher Verein diese Untersuchungen überhaupt selbst veranlassen muss. Die Untersuchung möglicher Altlasten und Gefahren auf einem städtischen Entwicklungsgebiet sehen wir nicht als eine Aufgabe für engagierte Ehrenamtliche an. Eine Stadt muss wissen, was auf ihrem Gelände passiert und ob davon Gefahren für ihre Bürger*innen und Umwelt ausgehen. Dass die engagierte Zivilgesellschaft die Initiative ergreifen musste, um überhaupt neue Daten zur Umweltbelastung zu bekommen, obwohl die Vorwürfe seit 2024 im Raum stehen, ist für Volt ein politisches Versagen.