Leih-Scooter abschleppen
Münchens Straßen sind voller Leih-Scooter? Nein. Die Gehwege. Von dort sollen sie nun abgeschleppt werden.
München, 19.08.2026 – Im Schnitt stehen oder liegen Leih-Scooter 99 % ihrer Zeit herum und versperren dabei Gehwege und Kreuzungen. So wichtig sie als Form der Mikromobilität sind, z.B. für die letzte Meile von einer S-Bahnstation nach Hause, so ärgerlich sind sie oft für alle, die auf Gehwegen unterwegs sind. Für Kinder oder Menschen mit Behinderungen sind sie nicht nur ein Ärgernis, sondern zudem gefährlich, wenn es zu Unfällen kommt. Das Thema wird seit Jahren immer wieder vorgebracht mit Anträgen, technischen Lösungen und Gesprächen mit Betreiberfirmen. Geändert hat sich dadurch jedoch nicht viel. Behinderndes Abstellen von Leihfahrzeugen ist zwar unzulässig, wird aber kaum geahndet.
Daher wird nun eine drastischere Maßnahme gefordert: Behindernd abgestellte Leih-Scooter werden abgeschleppt! - im Rahmen einer Schwerpunktwoche der kommunalen Verkehrsüberwachung/ Polizei. Die Betreiberfirmen können sie gegen entsprechendes Verwarngeld und Verwaltungskostengebühr am Einsammelort wieder abholen. Damit sollen Betreiber als Teil der Problemlösung in die Pflicht genommen werden. In anderen europäischen Städten gibt es bereits strenge Abstellregeln, die technisch von den Betreiberfirmen durchgesetzt werden. Warum nicht auch in München?
Nur durch Flottenobergrenzen, festgelegte Abstellflächen und Sondernutzungserlaubnisse, die auch entzogen werden können bei Zuwiderhandlungen wird sich die Abstellsituation im öffentlichen Raum langfristig verbessern. Als Akutmaßnahme wird die „Schwerpunktwoche Leih-Scooter“ beantragt, um Gefahrensituationen schon jetzt zu verhindern. Denn spürbare Verbesserungen jetzt sind auf Münchner Gehwegen dringend nötig!
Leih-Scooter dürfen Spaß machen. Aber sie dürfen abgestellt andere Verkehrsteilnehmende nicht behindern! Wenn sie das tun, werden sie abgeschleppt. So simpel. Betreiberfirmen von Leih-Scootern müssen sich selbst als Teil der Lösung sehen und dürfen ihre Verantwortung im öffentlichen Raum nicht abwälzen. Daran möchten wir sie hiermit freundlich, aber deutlich erinnern.
Alexandra Lang, Mobilitätspolitische Sprecherin der Volt Stadtratsfraktion
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