Vertrockneter Tiny Forest in Wattenscheid - Weiß die linke Hand nicht, was die rechte macht?
In Wattenscheid geht ein mit 5.000 Setzlingen und für 1,2 Millionen Euro gerade angelegter Tiny Forest im Stadtgarten bereits wieder ein. „Bürger*innen ärgern sich zurecht darüber“, sagt Nadja Zein-Draeger, umweltpolitische Sprecherin der Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt.
In Wattenscheid geht ein mit 5.000 Setzlingen und für 1,2 Millionen Euro gerade angelegter Tiny Forest im Stadtgarten bereits wieder ein. „Bürger*innen ärgern sich zurecht darüber“, sagt Nadja Zein-Draeger, umweltpolitische Sprecherin der Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt. „Immer wieder werden in Bochum Bäume unnötig abgeholzt und jetzt vertrocknet auch noch ein gerade angelegter Kleinstwald!“
„Laut Aussagen der Verwaltung hat man sich hier an der japanischen Miyawaki-Methode versucht. In diesem Verfahren werden unterschiedliche heimische Baumarten sehr dicht nebeneinander gepflanzt. Durch die hohe Konkurrenz wachsen diese im Kampf um das Sonnenlicht deutlich und bis zu zehnmal schneller nach oben“, sagt Zein-Draeger. „Im Ergebnis erhält man in schon drei Jahren einen hoch biodiversen Wald. In Japan werden diese Kleinstwälder nicht künstlich bewässert, auch nicht während der Anwachsphase”
“Nach eigenen Angaben verzichte die Verwaltung daher auch in Bochum auf das Bewässern des Tiny Forest im Wattenscheider Stadtgarten. So ganz nachzuvollziehen wäre dies aber nicht. In Japan fällt fast doppelt so viel Regen wie in unserer Region. Langanhaltende Dürreperioden bei extremen Temperaturen wie zuletzt bei uns gibt es dort auch regelmäßig nicht. Diesen Nachteil im Niederschlag muss man zumindest im Anwuchsstadium durch aktives Bewässern ausgleichen, wie auch Experten raten“, sagt Zein-Draeger.
Da der Ratsgruppe bürger*innenschaftliches Engagement und Bäume besonders am Herzen liegen, ist man auf die Bürger*inneninitative, die den Tiny Forest im Wattenscheider Stadtgarten überhaupt erst angestoßen hat, zugegangen. “Von der Initiative haben wir erfahren, dass entgegen den Aussagen der Verwaltung der Kleinstwald doch seit Anfang Juli bewässert wird. Durchgeführt würde dies durch eine beauftragte Gartenbaufirma”, gibt Zein-Draeger wieder.
“Offenbar weiß bei der Stadt die linke Hand nicht, was die rechte macht”, kritisiert STADTGESTALTER/Volt. “Wenn der Zustand des Wäldchens trotz einer Bewässerung so jämmerlich ist, dann müssen auch andere Gründe dafür geprüft werden bzw. die Bewässerung angepasst werden, um den Tiny Forest zu retten. Es stellt sich die Frage, warum die Stadt es bisher versäumt hat, die erforderliche Bewässerung zu überwachen bzw. zu veranlassen.”, so Zein-Draeger und verweist auf Darstellungen der Stadtwerke, nachdem es in Bochum auch in der Trockenperiode keine Knappheit an Trinkwasser gibt.
„Um im sich verschärfenden Klimawandel entsprechend widerstandsfähige Bäume auszuwählen, gibt in Bochum die Zukunftsbaumliste eine Reihe von Baumarten vor. Unter anderem im Tiny Forest gepflanzte Bäume wie Esskastanien, Haselnüsse und Kornelkirschen sind dort nicht gelistet“, kritisiert STADTGESTALTER/Volt.