Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt lehnt Ad-Hoc-Linienstreichungen ab und fordert umfassende Umstrukturierung der BOGESTRA

“Die von Verwaltung und BOGESTRA vorgelegten Streichungen im ÖPNV-Linienangebot sind aus der Hüfte geschossen”

7. Sep 2026

“Die von Verwaltung und BOGESTRA vorgelegten Streichungen im ÖPNV-Linienangebot sind aus der Hüfte geschossen”, kritisieren Nikolas Lange, verkehrspolitischer Sprecher der Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt und Mathias Grunwald, stellvertretender verkehrspolitischer Sprecher und Volt-Direktkandidat zur Landtagswahl. “Die Einsparungen von weniger als eine Mio. EUR im Jahr stellen angesichts des bis zum Jahr 2030 zu realisierenden Defizitminderung von insgesamt 68 Mio. EUR nur einen Tropfen auf dem heißen Stein dar, mit dem nun Aktionismus vorgetäuscht wird.”

Die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt beantragt, die vorgelegten Streichungen bis zur umfassenden Neuaufstellung der BOGESTRA und des Nahverkehrsplans zurückzustellen. “Wir müssen ganz neue Wege gehen und die BOGESTRA strukturell neu aufstellen. Alles muss auf den Prüfstand, wenn ein so großes Defizit verringert werden muss. Ein wenig Kosmetik hilft da nicht“, fordern Lange und Grunwald. “Das derzeitige Netz und alle Anstrengungen von Verwaltung und BOGESTRA haben es nicht geschafft, die Fahrgastzahlen aus der Vor-Corona-Zeit wieder zu erreichen. Jetzt denselben Gutachter zu beauftragen, der bei der Aufstellung des wenig attraktiven Netzes geholfen hat, ist nicht der richtige Weg. Es braucht neue Ideen und neue ertragreiche Linien, die der Nachfrage der Menschen entsprechen.”

Die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt regt an, insbesondere das Know-How der im ÖPNV besonders erfolgreichen Städte wie Dresden, Hannover, Freiburg und Rostock anzufragen und für Bochum zu nutzen. “Wir müssen das Rad nicht neu erfinden”, so Lange und Grunwald. 

Darüber hinaus sehen Lange und Grunwald im Ausbau der interkommunalen Integration eine große Chance für die BOGESTRA. “Instandhaltung, Einkauf und Personal können flexibel und effizient interkommunal in Servicegesellschaften gebündelt werden. Wir haben im Ruhrgebiet viel zu viele Doppel- und Mehrfachstrukturen aufgrund der Vielzahl von unterschiedlichen Verkehrsunternehmen. Auf dem Weg hin zu einem Verkehrsunternehmen für das gesamte Ruhrgebiet sollten wir uns zumindest schon mal mittelfristig die kostenintensivsten Bereiche mit den anderen Städten teilen”, so STADTGESTALTER/Volt. Auch dem autonomen Betrieb des Netzes komme eine hohe Bedeutung zu. 

“Ziel der Neustrukturierung der BOGESTRA muss es sein, ein attraktives und wirtschaftliches Angebot auf Höhe der Zeit anzubieten und die Fahrgastzahlen deutlich zu steigern. Mehr Fahrgäste bedeuten auch mehr Erträge für die BOGESTRA”, verdeutlichen Lange und Grunwald. “Nicht zuletzt hängt Gedeih und Verderb der Verkehrswende von einem funktionierenden und attraktiven Nahverkehr ab.”