Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt spricht sich gegen Mindestpreis für Kund*innen von Uber und Co aus
“Wir sehen keinen Grund, als Kommunalpolitik den Bochumer Kund*innen von Mietwagendienstleistern wie Uber einen Mindestpreis vorzuschreiben, den sie zu zahlen haben”
“Wir sehen keinen Grund, als Kommunalpolitik den Bochumer Kund*innen von Mietwagendienstleistern wie Uber einen Mindestpreis vorzuschreiben, den sie zu zahlen haben”, erklären Stefanie Beckmann, Ratsmitglied und Sprecherin der Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt, und Mathias Grunwald, stellvertretendes Mitglied im Mobilitätsausschuss und Volt-Direktkandidat zur Landtagswahl. Einen Mindestpreis für Mietwagendenstleister in Bochum fordern aktuell die Ratsfraktionen von “Die Linke” und der CDU.
“Es ist keine gute Idee und nicht bürger*innenfreundlich, ein gutes und günstiges Angebot künstlich zu verteuern, um ein veraltetes und teures Angebot künstlich am Leben zu halten”, so Beckmann und Grunwald. “Auf modernen Mietwagenplattformen wird Kund*innen ihr*e Fahrer*in schon vor Fahrtantritt mit Foto und Namen vorgestellt, sie erhalten einen Einblick in dessen Bewertungen durch andere Nutzer*innen, können nach Ankunft selbst eine Bewertung der App verfassen und wissen schon bei der Buchung transparent, was der Weg zum Ziel kosten wird. Die Taxi-Branche erfüllt in weiten Teilen nicht mehr die Nachfrage der Menschen und das hat nicht nur etwas mit der Höhe des Preises zu tun.”
“Innovative Angebote wie Uber-Shared, bei dem mehrere, voneinander unabhängige Nutzer*innen in einem Fahrzeug zusammengebracht werden und sich somit die Beförderungskosten teilen, sind smart und auch nachhaltiger als das starre Angebot der Taxibranche. Mit „Women Drivers” können weibliche Fahrgäste Fahrten mit Fahrerinnen buchen, mit Uber Assist Kund*innen mit körperlichen Beeinträchtigungen speziell für Unterstützugsleistungen geschulte Fahrer*innen bestellen und mit Uber Courier bequem Kurierfahrten beauftragen - Alles über eine App, die auch außerhalb von Deutschland genutzt werden kann. In fast allen wichtigen Punkten hinkt das Taxigewerbe hinterher”, sagt STADTGESTALTER/Volt.
“Nach Rückmeldungen von einigen Bürger*innen ist das digitale Bezahlen in Taxis alles andere als üblich. Auch die Beförderungspflicht wird bei zu kurz erscheinenden Fahrten im Stadtgebiet gelegentlich nicht erfüllt und in diesen Fällen darauf spekuliert, dass die Kund*innen ihre Rechte nicht kennen. Bei vielen Fahrer*innen kann von der geforderten Ortskenntnis, auch nach eigenen Erfahrungen, keine Rede mehr sein”, kritisieren Beckmann und Grunwald.
Nach Ansicht der Ratsgruppe sollte das Taxigewerbe insbesondere in Digitalisierung und Kund*innenfreundlichkeit den Wettbewerb annehmen. “Es macht mehr Sinn, die Überreglementierung des Taxigewerbes durch höhere politische Ebenen herunterzufahren, als vor Ort nun auch Mietwagenangebote überzuregulieren. So ist es Taxiunternehmen, die ein im Betrieb günstigeres E-Fahrzeug einsetzen, aufgrund der Taxiordnung nicht möglich, diese Ersparnis an die Kund*innen weiterzugeben.”
“Schon jetzt gibt es bei Fahrten, welche die Stadtgrenze überschreiten, keinen vorgeschriebenen Taxipreis. Es gibt keinen sachlogischen Grund dafür, dass die Fahrt von Langendreer nach Werne so besonders schützenswert ist, dass dafür politisch ein Zwangspreis festgelegt ist, während die Fahrt von Langendreer nach Stockum dem Markt überlassen wird”, so Beckmann und Grunwald.