Wer trägt die Kosten für das Verkehrskonzept zur Leichtathletikmeisterschaft im Lohrheidestadion? - ÖPNV-Anbindung auf Level der Bundesjugendspiele
„Bochum kann sich über viele Zuschauende bei dem Deutschen Leichtatletikmeisterschaften im Lohrheidestadion Wattenscheid und über spannende sportliche Wertkämpfe freuen. […]“
„Bochum kann sich über viele Zuschauende bei dem Deutschen Leichtatletikmeisterschaften im Lohrheidestadion Wattenscheid und über spannende sportliche Wertkämpfe freuen. Aber nur mit einem erheblichen Aufwand konnte die Stadt einen erneuten kompletten Verkehrskollaps abwenden. Es bleibt die Frage: Wer trägt eigentlich die Kosten dafür? Und sind in den von der Stadt angegeben 36.000 EUR tatsächlich alle Posten enthalten?“, kommentieren für die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt Nikolas Lange, verkehrspolitischer Sprecher, und Raphael Braune, sportpolitischer Sprecher.
„Das Zuparken der Straßen und Grundstücke in der Anwohnendenschaft wurde mit mobilen Sperranlagen verhindert. Da diese immer mit Sicherheitspersonal besetzt sein müssen, um die Zugangsberechtigung der Anliegenden zu prüfen und die Sperren für eine Durchfahrt zur Seite zu räumen, stehen damit hohe Kosten in Verbindung. Kosten, die eigentlich der Deutsche Leichtathletikverband als Veranstalter zu tragen hat“, so Braune und Lange. „Für Brauchtumsveranstaltungen hat der Rat in 2020 beschlossen, Kosten für Verkehrslenkung und Zufahrtschutz als Sicherheitsmaßnahmen zu übernehmen. Die DLM fällt eindeutig nicht unter diese Regelung.“
„Ebenso gab es für die Fans von der BOGESTRA gestellte kostenfreie zusätzliche Busshuttle zwischen dem Ruhrcongress und dem Lohrheidestadion. Das Parkhaus der städtischen WEG am Stadionring wurde ebenfalls kostenfrei zur Verfügung gestellt. Wer kommt für diese Dienstleistungen angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt auf und sind auch diese Kosten in den angegebenen 36.000 EUR enthalten?“, fragt die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt. „Und hätte es für den Fall der kompletten oder auch nur teilweisen Kostenübernahme durch die Stadt nicht einen Gremienbeschluss wie schon für die Brauchtumsveranstaltungen benötigt?“
Mit einer Anfrage möchte STADTGESTALTER/Volt die Frage klären, wer für diese verkehrlichen Kosten bei der DLM aus welchem Grund aufkommt.
„Ganz gleich, ob nun Kommune oder DLV dafür gerade stehen, diesen zusätzlichen Aufwand mit Zufahrtssperren, Parkhaus und Busshuttle hätte man sich sparen können, wenn man bei der Sanierung das Lohrheidestadions direkt eine angemessene ÖPNV-Infrastruktur erarbeitet und umgesetzt hätte.“ Im Jahr 2022 hatte der Verkehrsausschuss mit den Stimmen von SPD, Grünen, CDU, FDP und AfD einen entsprechenden Antrag abgelehnt.
Ebenso sperrte sich die Ratsmehrheit mehrfach gegen die seit 2020 von den STADTGESTALTERN beantragte Machbarkeitsstudie für eine Regio-Tram, welche dem Lohrheidestadion eine direkte und attraktive Schienenverbindung zum Bochumer und Essener Hauptbahnhof bieten würde.
„Während sich das Stadion auf dem Niveau der Deutschen Meisterschaften befindet, verbleibt die ÖPNV-Anbindung auf dem Level der Bundesjugendspiele“, so Lange und Braune abschließend.