Vortrag: Nur ein einiges Europa kann die Macht der US-Tech-Giganten begrenzen

Volt Hessen lud den bekannten Wirtschaftswissenschaftler und Bestsellerautor Prof. Dr. Tomaso Duso zu einem Online-Vortrag im Kulturcafé Windrose ein. Unter dem Titel “Tech-Giganten und ihr Einfluss auf Europa” analysierte er Macht und Einfluss der amerikanischen Technologie-Unternehmen. Knapp 100 Gäste vor Ort und online diskutierten Fragen der deutschen und europäischen Technologie-Souveränität und den Einfluss von KI.

1. Okt 2026
Ein Mann steht vor einer Gruppe an Zuhörerinnen und Zuhörern. Auf einem Bildschirm neben ihm ist ein weiterer Mann zu sehen.

Oberursel, 1. Oktober 2026 – Das bekannte Kulturcafé Windrose in Oberursel war am 29. September der Ort eines Online-Vortrags von Volt Hessen und der Wählervereinigung Unabhängige Liste Oberursel (ULO). Nach einem Grußwort von Nasser Djafari (ULO/Volt) übernahm der Stadtverordnete Michael Planer (ULO/Volt) die Moderation des Abends:

Wir freuen uns sehr, einen so bekannten und versierten Experten für Wettbewerb und Innovation heute bei uns begrüßen zu können. Der Einfluss der US-Technologiefirmen ist auch in Europa zu spüren - und nicht nur positiv!

Prof. Dr. Tomaso Duso, der auch Vorsitzender der Monopolkommission des Bundes ist,  startete seinen fachlich fundierten Vortrag mit einem Paukenschlag:

Der Börsenwert jedes einzelnen der großen Tech-Unternehmen ist größer als die Volkswirtschaft eines mittelgroßen Landes.

Die US-Firmen Apple, Microsoft, Alphabet (Google), Amazon, Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp) und zusätzlich NVidia werden als die “Big Five” oder “Magnificent Five” bezeichnet  und stehen für eine einzigartige Verbindung aus wirtschaftlicher Größe, sozialem Einfluss und politischer Macht. Statt auf einzelne Nachrichten oder Algorithmen einzugehen, analysierte Prof. Duso anschaulich und verständlich die Punkte: Wie entsteht die Macht der Tech-Firmen? Warum hält sie sich so hartnäckig? Und was kann Europa dagegen tun? Dabei wies er auf den Verkauf von persönlichen Informationen, Manipulation von Inhalten oder globaler Speicherung von Daten hin. Er betonte aber auch erhöhten Kosten, die jeder einzelne bezahlen muss, weil die Tech-Firmen Quasi-Monopole aufgebaut haben und als “Türwächter” den Zutritt zu ihren Ökosystemen verhindern können. Startups und andere innovative Betriebe werden mit massiven Summen aufgekauft und in das Monopol eingegliedert. Dazu zitierte er auch Peter Thiel, einen der wichtigsten Investoren und politischen Ziehvater des US-Vizepräsidenten J.D. Vance: “Competition is for losers” (Wettbewerb ist nur etwas für Verlierer). 

Zum Schluss der Vortrags bot Prof. Duso einen positiven Ausblick: während bei den klassischen Softwareanbietern, Sozialen Medien und Handelsplattformen die Monopolbildung schon weit fortgeschritten ist, könnte im Bereich der KI durch schnelle Regulierung noch eine Chance für europäische Firmen entstehen. Eindringlich appellierte er auch an den öffentlichen Sektor, bevorzugt lokale Lösungen und heimische Startups zu fördern:

Die öffentliche Hand ist ein riesiger Kunde und kann jungen, europäischen Unternehmen helfen, relevante Größe zu erreichen.

Gleichzeitig warnte er auch vor nationalen Alleingängen:

Keines der Probleme von globalen Marktmonopolen oder digitaler Souveränität kann auf lokaler Ebene gelöst werden - das geht nur, wenn ganz Europa zusammenarbeitet.

Volt setzt sich auf kommunaler Ebene schon seit Jahren dafür ein, Digitalisierung voranzubringen und dabei auch die digitale Souveränität zu stärken. In der Stadtverordnetenversammlung Kronberg z.B. hat die Volt-Fraktion einen Antrag zur Beschaffung von Open-Source-Software für die Verwaltung eingebracht.

Pressekontakt und weitere Informationen

Christoph Stürmer
Local Lead Volt MTK/HTK