Das neue Gymnasium in Moisling - ein wichtiger erster Schritt

Die Lübecker Bürgerschaft hat letzten Donnerstag der Einrichtung eines achten Gymnasiums in Lübeck zugestimmt. Ab dem Schuljahr 2028/29 soll es demnach auch in Moisling ein gymnasiales Bildungsangebot geben. “Dies ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Stadtteils Moisling und für eine vielfältige Bildung in Lübeck. Nun ist es Aufgabe der Verwaltung, bis zum Start des neuen Gymnasiums ein zukunftsfähiges und attraktives Schulmodell zu entwickeln – auch in Zusammenarbeit mit der bereits

3. Jun 2026
Ein aus Karton gebasteltes Haus, auf dem Dach steht

Etwa 45 % der Lübecker Grundschüler*innen wechseln nach der vierten Klasse auf ein Gymnasium. Diese Zahlen stellen die derzeitigen Gymnasien vor Herausforderungen, was unter anderem durch fehlende Raumkapazitäten und große Klassen deutlich wird. “Die Lübecker Verwaltung kommt mit dem zusätzlichen Gymnasium ihrer Verpflichtung nach dem Schulgesetz nach, genügend Plätze an Gymnasien vorzuhalten. Zugleich wird der Lübecker Stadtteil Moisling attraktiver für junge Familien und so an Bedeutung gewinnen. Daher begrüßen wir dieses Vorhaben der Verwaltung sehr.” 

Das Gebäude wird aktuell vom Förderzentrum Astrid-Lindgren Schule genutzt, das zukünftig weniger Räume benötigt, weil es als “Förderzentrum ohne Schüler” weiterbetrieben wird. Zudem befindet sie sich in unmittelbarer Nähe zur Heinrich-Mann-Schule (HMS), einer Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe. “Einerseits geht die Verwaltung hier pragmatisch vor, indem sie ein schon existierendes Gebäude neu nutzt. Andererseits ermöglicht die Nähe zur HMS eine Kooperation in vielen Bereichen – zum Beispiel partiell gemeinsamen Unterricht, ein gemeinsames AG-Angebot oder einen Lehrkräfteaustausch bis hin zur Entwicklung von gemeinsamen Campuskonzepten.”

Der jetzige Bürgerschaftsbeschluss kann aber nur der Anfang eines längeren Prozesses sein. Janßen führt aus: “Die aktuelle Vorlage der Verwaltung weist den grundsätzlich vorhandenen Bedarf nach und liefert eine schlüssige Abwägung zur Standortwahl, ist aber noch vage im Bezug auf die konkrete Gestaltung der Schule. Wie weit sind die Abstimmungen mit dem Ministerium? Welches pädagogische Konzept soll die Schule verfolgen? Welche genauen Umbaubedarfe gibt es? Welches Raumkonzept wird verfolgt?  Und aktuell ist das Gymnasium nur für die Klassenstufen 5-10 ausgelegt. Eine Weiterentwicklung mit einer gymnasialen Oberstufe ist hier perspektivisch unbedingt notwendig, um alle Abschlüsse an diesem Standort zu ermöglichen. Wir bleiben daher an diesem Thema dran.”

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Martin Janßen

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