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Nancy Meyer
Wer bist Du? Wo kommst Du her? Was machst Du?
Ich bin Nancy Meyer, 41 Jahr alt und wohne in Unna. Ich unterrichte an einer Gesamtschule im Kreis Unna die Fächer Geschichte, Sozialwissenschaften und Mathematik und bin aufgewachsen im schönen Thüringen.
Welcher Moment hat dich in die Politik gebracht? Und warum steckst Du so viel Zeit in Dein Ehrenamt?
Es war nicht nur dieser eine Moment, sondern viele kleine Momente. Ich hatte schon immer großes Interesse an Politik – daher auch mein Studium in diesem Bereich. Doch in den ersten Jahren meines Berufslebens dachte ich, dass mein Unterricht und die politische Arbeit in Parteien nicht besonders gut zusammenpassen würden. Mit jedem Jahr jedoch, in dem sich die Welt immer stärker in eine Richtung entwickelte, die Freiheit und die EU infrage stellte, wurde ich politischer.
Der erste große Einschnitt war der Brexit, der uns vor Augen führte, wie schnell die EU auseinanderbrechen könnte. Der zweite war die Wahl von Trump – eine Entwicklung, die mich damals schon nicht überraschte. Parallel dazu eskalierten viele Konflikte, und Russland agierte zunehmend aggressiv auf der Weltbühne. Wenn man sich intensiv mit diesen Themen beschäftigt hat, erkennt man irgendwann Muster und Parallelen.
Und dann kam der Aufstieg der AfD, besonders in meiner Heimat. Wie könnte man da nicht politisch aktiv werden? Mich treibt der Wille an, die Freiheiten, die wir durch die EU und unser Grundgesetz genießen, zu sichern und zu verteidigen – gegen Kräfte, die uns zurück in die 1930er-Jahre katapultieren wollen.
Zusätzlich spürt man als Frau noch einmal stärker, wie gefährdet diese Freiheiten sind. Hier gibt es nach wie vor viel zu tun. Denn in patriarchalen Systemen werden die Rechte von Frauen und queeren Menschen immer zuerst beschnitten.
Was motiviert Dich, für die Bundestagswahl zu kandidieren?
Europa muss auf allen Ebenen gelebt und weiterentwickelt werden. Der Bundestag kann dabei eine entscheidende Rolle spielen, um die EU zu reformieren und den Weg zu einem föderalen europäischen Staat zu ebnen.
Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Reform des Bildungssystems, das dringend besser finanziert werden muss. Bildung ist einer der Grundpfeiler unserer Demokratie und darf nicht so stark vernachlässigt werden, wie es in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten geschehen ist.
Was sind Deine wichtigsten Ziele, die Du im Bundestag erreichen möchten?
Meine wichtigsten Ziele, die ich im Bundestag erreichen möchte, sind:
1. Bildungsreform:
- Aufhebung des Kooperationsverbots: Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern im Bildungsbereich muss ermöglicht werden, um bundesweit einheitliche Standards und Fortschritte sicherzustellen.
- Starke frühkindliche Bildung: Jedes Kind soll durch eine verbesserte Betreuung gleiche Chancen erhalten.
- Klare finanzielle Zuständigkeiten: Die finanziellen Verantwortlichkeiten von Bund, Ländern und Kommunen sollen durch einen Staatsvertrag geregelt werden, um Effizienz und Verantwortungsbewusstsein zu fördern.
2. Digitalisierung für mehr Demokratie und bessere Verwaltung:
- Zentrale Plattform für Öffentlichkeitsbeteiligung: Eine leicht zugängliche Plattform soll Bürgerinnen und Bürgern politische Mitbestimmung erleichtern. Durch die Anbindung an etablierte digitale Infrastrukturen wie die DeutschlandID wird sie benutzerfreundlich und sicher gestaltet.
- Transparente Veröffentlichung von Staatsausgaben: Staatliche Ausgaben sollen zentral und transparent veröffentlicht werden, um das Vertrauen der Zivilgesellschaft zu stärken.
- Digitalisierung der Verwaltung: Staatliche Dienstleistungen sollen einfacher, schneller und für alle zugänglich werden. Benutzungsfreundliche digitale Angebote reduzieren Bürokratie und erleichtern den Alltag.
3. Stärkung der Bürger*innenbeteiligung:
- Einführung der Ersatzstimme: Wahlberechtigte können neben ihrer Hauptstimme eine Ersatzstimme abgeben, die berücksichtigt wird, falls die bevorzugte Partei die Prozenthürde nicht erreicht.
- Wählen ab 16: Das aktive Wahlrecht soll auf 16 Jahre herabgesetzt werden und für alle Wahlen in Deutschland gelten.
- Jugendbeteiligung stärken: Ein Jugendparlament für 12- bis 20-Jährige soll Forderungen erarbeiten, die jährlich priorisiert und an den Bundestag weitergeleitet werden, um junge Perspektiven stärker in den politischen Diskurs einzubringen.
Welches Versprechen kannst Du den Wählerinnen und Wählern auf jeden Fall geben?
Ich werde all meine Kraft und Motivation in die Aufgabe investieren, Reformen voranzubringen und den Willen der Bürger*innen umzusetzen – so wie ich es in den letzten fünf Jahren getan habe, um diese Verantwortung endlich übernehmen zu können.
Dabei werde ich mich stets für eine Reform des Bildungssystems einsetzen und dafür kämpfen, dass Bildung von Anfang an einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft erhält.
Welches Problem in Deutschland liegt Dir besonders am Herzen, und wie möchtest Du es angehen? Was sind deine Hauptthemen?
Besonders am Herzen liegt mir die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen. Ich sehe täglich, wie schwer es ihnen fällt, den Anforderungen des Zeitgeistes gerecht zu werden – mit einem Bildungssystem, das noch immer aus dem letzten Jahrhundert stammt.
Bildung bedeutet Begeisterung und die Möglichkeit, über die eigenen Grenzen hinauszuwachsen. Doch vielen bleibt dies verwehrt, da sie durch Ungleichbehandlung und schwierige soziale Voraussetzungen nicht in der Lage sind, aktiv am Unterricht teilzunehmen oder ihre Potenziale zu entfalten. Bildung endet für mich jedoch nicht mit der Schule: Auch das lebenslange Lernen ist ein Herzensthema für mich, da es bisher kaum Beachtung gefunden hat und immense Potenziale birgt, die wir unbedingt nutzen müssen.
Lebenslanges Lernen kann ein Garant dafür sein, dass Bürger*innenbeteiligung über alle Altersgrenzen hinweg möglich bleibt. Es müssen Räume geschaffen werden, in denen Aufklärung, Stärkung und Teilhabe für jeden zugänglich sind.
Das große Ziel ist es, die Demokratie so zu schützen und lebendig zu gestalten, dass alle Menschen ihre Stimme erheben können und sich in ihr zu Hause fühlen.
Was möchtest Du den Menschen mit auf den Weg geben, die sich noch unsicher sind, ob sie zur Wahl gehen sollen?
Wählen ist ein hohes Gut – auch wenn die Sorge besteht, Stimmen zu verlieren oder möglicherweise die falschen Kräfte zu stärken. Doch ohne Wahlen wären wir noch hilfloser und würden unsere Zukunft faktisch aufgeben. Denn eine Demokratie lebt davon, dass jede*r die eigene Meinung frei äußern und mitentscheiden kann.
Gemäß dem Motto und der Überzeugung - Jede Stimme zählt!
Wie wird Volt den Einzug in den Bundestag schaffen?
Mit viel progressiver Kraft, ein durch und durch positiven Wahlkampf und dem Willen die Veränderungen zu wagen um für zukünftige Krisen gewappnet zu sein.
Gibt es noch etwas, das Dir wichtig ist?
Ich möchte euch alle bitten, einmal in euch zu gehen und eine positive Vision eurer Zukunft zu visualisieren.
Wie sieht diese Vision für euch aus? Was müsst ihr dafür tun, und wie passt eure Vision mit der unseren zusammen?
Lasst uns all unsere Motivation nutzen, um uns gegen das „Ewig-Gestrige“ und den Populismus zu stellen. Wir sind die Gestalter*innen unserer Zukunft – also lasst uns gemeinsam daran arbeiten!