Warum Volt Goslar in der Stichwahl um den Landrat keine Wahlempfehlung abgibt

Am 27. September entscheidet die Stichwahl, wer den Landkreis Goslar künftig führt. Volt Goslar wird sich dabei nicht auf einen der beiden Kandidaten festlegen – aber wir erklären, wie wir zu dieser Entscheidung gekommen sind.

22. Sep 2026

In den letzten Tagen wurden wir vereinzelt gefragt, ob wir eine Empfehlung für die Stichwahl aussprechen. Die Frage ist berechtigt: Unsere Kandidatin Nadine Filko hat 4.807 Stimmen (7,86%) erhalten, und diese Menschen haben ein Interesse daran zu wissen, wie wir die beiden verbliebenen Bewerber einschätzen.

Unsere Antwort lautet: Wir geben keine Wahlempfehlung ab. Und wir finden, dass wir euch schulden, warum.

Wie wir vorgegangen sind

Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Grundlage unserer Bewertung war unser eigenes Kommunalwahlprogramm mit seinen konkreten Forderungen für den Landkreis. Diese haben wir systematisch abgeglichen mit den Webseiten und Social-Media-Beiträgen beider Kandidaten, mit ihren Aussagen bei den Podiumsdiskussionen und mit den Wahlprogrammen ihrer Parteien.

Wichtig: Diese Auswertung beruht auf den uns vorliegenden, öffentlich zugänglichen Informationen.

Was dabei herauskam

Das Ergebnis ist gemischt – und genau das ist der Kern unserer Entscheidung.

Größere programmatische Überschneidungen mit Erik Homann sehen wir bei Mobilität, bei Klima und Energie, bei der Digitalisierung und beim Umbau der Verwaltung. Seine Vorschläge zu digitalen Mobilitätsangeboten, zu erneuerbaren Energien als regionaler Wertschöpfung und zur Verwaltungsmodernisierung nach erprobten Vorbildern liegen nah an dem, was wir im Wahlkampf vertreten haben.

Größere Überschneidungen mit Alexander Saipa sehen wir bei Beteiligung, Bildung, Sozialem sowie Kultur und Sport. Hier finden wir mehr Anknüpfungspunkte an unsere Vorstellungen von Teilhabe, Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Bei Gesundheit und Pflege sowie beim Bürokratieabbau und schnelleren Genehmigungen liegen beide Kandidaten ähnlich nah an unseren Positionen.

Warum daraus keine Empfehlung folgt

Eine Wahlempfehlung würde so tun, als wäre die Sache eindeutig. Ist sie aber nicht. Beide Kandidaten haben inhaltlich starke Punkte – nur eben in unterschiedlichen Feldern. Diesen Befund in eine Empfehlung zu pressen, hieße, einen Teil unserer eigenen Auswertung zu verschweigen. Davon halten wir nichts.

Was für uns dagegen klar ist: Mit dem künftigen Landrat werden wir im Kreistag konstruktiv zusammenarbeiten – wer auch immer es wird. Wir sind nicht angetreten, um uns in Lager einzusortieren, sondern um Lösungen für den Landkreis zu finden. Das gilt unabhängig davon, wie der 27. September ausgeht.

Was wir sehr wohl sagen

Geht wählen.

In unserem Wahlprogramm steht der Satz: „Du musst nicht uns wählen. Aber geh bitte wählen!" Er gilt jetzt mehr denn je. Die Beteiligung an Stichwahlen liegt regelmäßig deutlich unter der des ersten Wahlgangs – dabei entscheidet sich genau hier, wer den Landkreis Goslar in den kommenden Jahren führt.

Die Wahllokale sind am Sonntag, 27. September, von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer nicht vor Ort sein kann, kann Briefwahl beantragen; die Fristen erfahrt ihr bei eurer Gemeinde.

Danke

Zum Schluss ein Wort an die 4.807 Menschen, die Nadine Filko im ersten Wahlgang ihre Stimme gegeben haben: Vielen Dank. Dieses Ergebnis ist für eine Kandidatin, die zum ersten Mal angetreten ist, ein starkes Signal – und ein Auftrag, die Themen, für die sie geworben hat, in die kommunalen Gremien zu tragen. Genau das werden wir tun.

Europäisch denken. Lokal handeln.