Vernetzung abseits politischer Debatten

20. Aug 2026

Vernetzung abseits politischer Debatten

Zwei besondere Austausch-Runden haben Stadtverordnete der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung zusammengebracht. Im Mittelpunkt standen dabei nicht politische Debatten oder Fraktionsgrenzen, sondern die Menschen hinter den Mandaten: ihre persönlichen Lebenswege, Motivationen, Erfahrungen und Überzeugungen.

In zwei unterschiedlichen Zusammensetzungen trafen sich die Stadtverordneten in der Grillenburg im Stadtteil Lehnerz. Eine der Runden richtete sich gezielt an die weiblichen Stadtverordneten, die andere an Stadtverordnete unter 45 Jahren. Vertreter*innen von insgesamt fünf Parteien und Wähler*innenlisten haben an den Austauschformaten teilgenommen.

Initiatorin der Austausch-Runden ist Anna Kleespies (Volt). Ihr Anliegen war es, einen Raum zu schaffen, in dem sich Stadtverordnete auf Basis von Gemeinsamkeiten persönlich kennenlernen können:

„Das Debattieren funktioniert besonders gut, wenn wir die Menschen hinter den Mandaten kennen. Gerade im kommunalpolitischen Ehrenamt begegnen uns Personen mit ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten. Persönliche Begegnungen schaffen Verständnis, Vertrauen und neue Perspektiven“.

Neben persönlichen Einblicken wurden auch erste Ideen für eine künftige gegenseitige Unterstützung gesammelt. Dabei zeigte sich schnell, dass viele Herausforderungen unabhängig von Partei, Alter oder persönlichem Hintergrund geteilt werden.

Auch Jochen Kohlert (Bündnis 90/Die Grünen) zieht ein positives Fazit:

„Viele Entscheidungen von heute werden unsere und kommende Generationen noch über Jahrzehnte begleiten. Deshalb sollten wir weniger in politischen Lagern und mehr in gemeinsamen Herausforderungen denken. Ich würde mich freuen, wenn künftig noch mehr der eingeladenen Stadtverordneten diesen parteiübergreifenden Austausch bereichern.“

Die beiden Treffen sollen dabei ausdrücklich keine Konkurrenz zu bestehenden politischen Strukturen sein. Vielmehr geht es darum, neben den formalen politischen Wegen zusätzliche, persönliche Verbindungen zu schaffen.

Für Dr. Tatevik Mamajanyan (FGG - Fulda Gemeinsam Gestalten) liegt darin ein besonderer Mehrwert:

„Wer die Erfahrungen und Beweggründe anderer besser kennt, kann unterschiedliche Positionen besser einordnen und auch bei gemeinsamen Herausforderungen schneller miteinander ins Gespräch kommen. Wenn darüber hinaus aus diesen Begegnungen ein Netzwerk entsteht, in dem wir uns auch über Fraktions- und Parteigrenzen hinweg unterstützen können, dann kann ein solides Fundament für eine gute Zusammenarbeit entstehen.“

Auch Ute Riebold (Die PARTEI) hegt die Hoffnung, dass der Austausch dazu beiträgt, das Wohl der Menschen dieser Stadt gezielt in den Fokus zu nehmen und parteipolitische Interessen hinten anzustellen.

Als konkretes Ergebnis der Treffen sind die Teilnehmenden zunächst auf kurzem Weg miteinander vernetzt. Dadurch soll es künftig leichter werden, gezielt parteiübergreifend Menschen anzusprechen, Erfahrungen auszutauschen und bei bestimmten Fragestellungen Unterstützung zu organisieren.

Die positive Resonanz auf beide Formate lässt gespannt in die Zukunft blicken. Weitere Treffen und Austauschmöglichkeiten sind bereits in Sicht.