Kampagne „Frankfurt leg’ ‘ne Schippe drauf“ spricht wichtige Probleme des TVöD an

Erhöhung der Vergütung kann nicht von einer Stadt alleine gedacht werden.

29. Jan 2026

Frankfurt am Main, 29.01.2026 - Mit der Kampagne „Frankfurt leg´ ´ne Schippe drauf“ fordert der Gesamtpersonalrat der Stadt Frankfurt eine Zulage in Höhe von 300€ für alle städtischen Beschäftigten, für die der TVöD gilt und legt nun einen Antrag vor, den die Fraktionen im Römer einbringen sollen, um eben dies zu erreichen.

Volt hat sich bisher nicht für eine solche Zulage ausgesprochen, da eine Vielzahl von Faktoren - neben der rechtlichen Frage - bisher nicht final besprochen wurden.  So sind neben den städtischen Mitarbeitenden auch viele Menschen in Frankfurt bei Bundes- oder Landesbehörden beschäftigt und unterliegen ebenfalls einem TVöD. Sie würden von der geforderten Pauschale von 300€ nicht profitieren.

Die Forderung der Zulage ist nicht neu, ganz im Gegenteil. Viele Städte und Regionen mit hohen Lebenshaltungskosten fordern bereits seit längerem, dass es eine entsprechende Zulage gibt. Der richtige Weg wäre aber eine Reform des TVöD, die es ermöglicht, in Städten und Ballungsgebieten mit höheren Gehaltszahlungen Mitarbeitende zu unterstützen. Zudem zeigt sich der öffentliche Dienst auch oft zu starr, wenn es um die Eingruppierung von Fachkräften geht und bedarf auch hier dringend einer Überarbeitung. Und dies natürlich auch für Landes- und Bundesangestellte, die genauso in Frankfurt arbeiten und leben,

so Sebastian Panschar, stellvertretender Local Lead von Volt Frankfurt.

Ein weiteres Problem, was eine solche Zulage mit sich bringt, ist der Wettbewerb unter den Städten und Gemeinden, hierzu sagt Fiona Byrne, Spitzenkandidatin für Volt im Hochtaunuskreis:

Frankfurt kämpft nicht alleine mit dem Problem, dass viele Stellen dort in Zukunft unbesetzt sein werden, sondern fast allen Städten und Gemeinden in Deutschland ergeht es so. Hier jetzt einen Konkurrenzkampf loszutreten, wird dies auch nicht lösen. Aber welche Möglichkeit hätten die umliegenden Kommunen denn, außer ebenfalls in diesen Preiskampf einzusteigen? Wie halten wir in Oberursel, Bad Homburg oder Bad Vilbel die Mitarbeitenden, wenn die Gehälter im nahen Frankfurt 300€ höher sind? Warum sollten Mitarbeitende weiter in Wiesbaden arbeiten?

Olaf Bello, Spitzenkandidat für Volt in Offenbach ergänzt:

Die Städte müssen hier über ihre eigenen Grenzen hinaus eine gemeinsame Lösung erarbeiten, wie man in Zukunft Mitarbeitende anwirbt und hält. Faire Gehälter, ein Fokus auf die persönliche Zufriedenheit der Mitarbeitenden, eine moderne Verwaltung und eine städteübergreifende Zusammenarbeit sind der Schlüssel.

Volt fordert daher eine generelle Überarbeitung der Gehaltsstrukturen im öffentlichen Dienst und zudem eine wirksame Strategie, die dem Arbeitskräftemangel bereits heute schon tatkräftig entgegenwirkt.