Unsere Haltung zur Jura-Leitung

Kurz: wir brauchen derzeit sowohl leistungsfähige Übertragungsnetze als auch einen beschleunigten Ausbau der Verteilnetze. Beides darf nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Der Ersatzneubau der "Jura-Leitung" ist ein heftiger Eingriff und die Umgebung Altdorfs. Deswegen engagieren sich seit vielen Jahren viele Menschen gegen diese Leitung. Auf Landes- und Bundesebene halten allerdings alle Parteien (außer der AfD) diese Leitung für eine nötige Voraussetzung für die Energiewende.

Aus unserer Sicht gelingt die Energiewende nur mit einer massiven Elektrifizierung von Verkehr, Wärme und Industrie. Wenn wir die dringend notwendige Dekarbonisierung ernst nehmen, wird der Strombedarf deutlich steigen - und damit auch die Anforderungen an Netze auf allen Ebenen. Dies ist auch die grundsätzliche Haltung von Volt auf Landes-, Bundes- und Europa-Ebene.

Der Ersatzneubau der bestehenden, rund 100 Jahre alten Trasse ist Bundesrecht und faktisch nicht verhinderbar. Im Bundestag und im Landtag halten (mit Ausnahme der AfD) alle Parteien diese Leitung für energiepolitisch notwendig. Vor diesem Hintergrund wäre aus unserer Sicht ein früher, kooperativer Ansatz sinnvoll gewesen, um den Trassenverlauf und die Planung eines zweiten Umspannwerks für Altdorf möglichst verträglich zu gestalten. Infos zum Trassenverlauf gibt es sehr ausführlich hier.

Jura-Leitung bei Altdorf b. NürnbergNeue Trasse: Rot und grün. Alte Trasse (wird abgebaut): Hellgrau mit weißen Kreuzen. Gelb: neues Umspannwerk.


Langfristig halten wir eine echte dezentrale, zellulare Energiewende für entscheidend: starke Verteilnetze, Speicher, flexible Laststeuerung und regionale Wertschöpfung. Aktuell fehlen dafür jedoch leider wesentliche Voraussetzungen – insbesondere ausreichend Speicher, digitalisierte Netze und geeignete marktliche Rahmenbedingungen für Flexibilität.

Deshalb sehen wir es realistisch so: Wir brauchen derzeit sowohl leistungsfähige Übertragungsnetze als auch einen beschleunigten Ausbau der Verteilnetze. Beides darf nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Entscheidend ist für uns, dass Eingriffe minimiert, Alternativen transparent geprüft und die Belastungen für unsere Region so gering wie möglich gehalten werden.