Goslar hat Gründerpotenzial – jetzt müssen wir es besser sichtbar machen
Goslar hat viel, worum andere Städte uns beneiden: eine starke Geschichte, hohe Lebensqualität, kurze Wege, Natur vor der Haustür, touristische Strahlkraft, engagierte Menschen und eine regionale Wirtschaft, die mehr kann, als oft sichtbar wird. Wer hier lebt, weiß: Diese Stadt hat Substanz. Die entscheidende Frage ist, wie wir daraus mehr wirtschaftliche Dynamik machen.
Denn eine Kommune finanziert sich nicht aus guten Absichten. Schulen, Kitas, Straßen, Kultur, Digitalisierung, Mobilität und soziale Infrastruktur brauchen verlässliche Einnahmen. Viele kommunale Einnahmequellen treffen Bürgerinnen und Bürger direkt – etwa über Gebühren, Beiträge oder Grundsteuer. Eine stärkere lokale Wirtschaft ist deshalb ein wichtiger Hebel, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu verbessern, ohne immer zuerst die Menschen vor Ort zusätzlich zu belasten.
Wenn mehr Selbstständige, Gründerinnen, Gründer und Unternehmen in Goslar Fuß fassen, entstehen Arbeitsplätze, neue Angebote, mehr Vielfalt und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen. Das ist kein abstraktes Wirtschaftsthema, sondern eine konkrete Frage kommunaler Zukunftsfähigkeit.
Wichtig ist dabei: Goslar und der Landkreis starten nicht bei null. Es gibt bereits viele gute Bausteine – von der WiReGo über das Gründungsportal Region Goslar bis hin zu Beratungsangeboten, Mentoring, Leerstandsmanagement, Gewerbeflächenservice, Coworking-Angeboten und digitalen Gewerbemeldungen. Diese Strukturen sind wertvoll. Aus Sicht von Volt müssen sie nun noch stärker gebündelt, sichtbarer gemacht und konsequent auf neue Selbstständige, kleine Unternehmen und Gründerteams ausgerichtet werden.
Unser Ziel ist klar: Wer in Goslar gründen, investieren oder selbstständig arbeiten will, soll sofort merken, dass diese Stadt ihn willkommen heißt.
Nicht neu erfinden, sondern besser verbinden
In der Region Goslar gibt es bereits Unterstützungsangebote für Gründerinnen und Gründer. Genau daran wollen wir anknüpfen. Die Frage ist nicht, ob es einzelne Angebote gibt. Die Frage ist, ob sie für Menschen von außen und für Gründungsinteressierte vor Ort einfach genug zu finden, schnell genug zu nutzen und gut genug miteinander verbunden sind.
Aus Sicht von Volt braucht Goslar ein klares Standortversprechen: Wer eine Geschäftsidee hat oder mit einem bestehenden Unternehmen in die Region kommen möchte, bekommt Orientierung aus einer Hand. Das bedeutet nicht zwingend neue Strukturen. Es bedeutet vor allem bessere Zugänge, klare Zuständigkeiten, verständliche Informationen und eine Kommunikation, die nicht nach Verwaltung klingt, sondern nach Einladung.
Viele Menschen, die gründen wollen, stehen am Anfang vor denselben Fragen: Wo finde ich passende Räume? Welche Fördermittel kommen infrage? Wer hilft beim Businessplan? Welche Genehmigungen brauche ich? Wo finde ich Kontakte zu Steuerberatung, Kammern, Banken, Handwerk, Verwaltung oder anderen Unternehmerinnen und Unternehmern?
Wenn diese Fragen schneller beantwortet werden, steigt die Chance, dass aus einer Idee ein Unternehmen wird – und dass dieses Unternehmen in Goslar bleibt.
Das Gründungsportal zur echten Eingangstür machen
Mit dem Gründungsportal Region Goslar gibt es bereits eine digitale Anlaufstelle. Das ist ein guter Anfang und sollte nicht ersetzt, sondern gestärkt werden. Volt will, dass dieses Portal zur zentralen Eingangstür für alle wird, die in Goslar oder im Landkreis gründen, sich selbstständig machen oder ein Unternehmen ansiedeln möchten.
Dazu gehört eine noch klarere Nutzerführung: nicht aus Sicht der Verwaltung, sondern aus Sicht der Menschen, die eine Entscheidung treffen müssen. Wer zum ersten Mal gründet, braucht andere Informationen als ein Unternehmen, das expandiert. Eine digitale Agentur sucht andere Räume als ein Handwerksbetrieb. Eine Gründerin im Tourismus hat andere Fragen als ein Gesundheitsdienstleister oder ein kleines Produktionsteam.
Deshalb sollte das Portal stärker nach konkreten Lebens- und Gründungssituationen aufgebaut sein: „Ich will gründen“, „Ich suche Räume“, „Ich brauche Förderung“, „Ich komme von außerhalb“, „Ich will ein leerstehendes Ladenlokal testen“, „Ich arbeite remote und suche einen Standort“. So wird aus einer Informationssammlung ein echter Standortservice.
Beratung sichtbarer und verbindlicher machen
Die WiReGo und weitere Stellen bieten bereits Gründungsberatung, Fördermittelinformationen, Veranstaltungen und Netzwerke an. Das ist eine Stärke der Region. Gleichzeitig erleben viele Menschen öffentliche Angebote erst dann, wenn sie gezielt danach suchen. Genau hier muss Goslar besser werden.
Volt schlägt vor, die vorhandenen Beratungsangebote offensiver zu bewerben und mit einem einfachen Versprechen zu verbinden: Wer sich mit einer Gründungsidee meldet, bekommt innerhalb einer klar definierten Frist eine erste Rückmeldung und einen konkreten nächsten Schritt.
Das wäre ein starkes Signal. Nicht jede Frage kann sofort gelöst werden. Aber niemand sollte das Gefühl haben, im Zuständigkeitsdschungel zu landen. Gerade kleine Gründerteams und Selbstständige brauchen Tempo, Klarheit und Verlässlichkeit.
Leerstand gezielt als Startchance nutzen
Auch beim Thema Leerstand gibt es bereits Ansätze. Die Stadt Goslar verfügt über Leerstandsmanagement und unterstützt bei der Vermittlung von Gewerbeflächen und Immobilien. Pop-up-Formate haben gezeigt, dass leerstehende Räume nicht nur ein Problem sind, sondern auch Experimentierflächen sein können.
Volt will diese Ansätze weiterentwickeln. Aus temporären Einzelprojekten sollte ein dauerhaftes „Testflächen“-Prinzip entstehen. Wer eine Geschäftsidee hat, soll leichter die Möglichkeit bekommen, ein Ladenlokal oder eine Fläche für einen begrenzten Zeitraum auszuprobieren – mit transparenten Bedingungen, fairen Einstiegskonditionen und Unterstützung bei Genehmigungen, Sichtbarkeit und Vermarktung.
Davon profitieren mehrere Seiten: Gründerinnen und Gründer senken ihr Risiko. Eigentümerinnen und Eigentümer bringen Flächen wieder ins Gespräch. Die Innenstadt und die Stadtteile gewinnen neue Angebote. Und Goslar zeigt, dass es Ideen nicht ausbremst, sondern ausprobiert.
Netzwerke ausbauen und gezielter nutzen
Goslar und der Landkreis verfügen bereits über Gründungsstammtische, Mentoringstrukturen, Beratungsnetzwerke und wirtschaftliche Botschafterinnen und Botschafter. Das ist ein großer Vorteil. Denn Gründungen entstehen selten allein am Schreibtisch. Sie entstehen durch Kontakte, Vertrauen, Erfahrungswissen und konkrete Hilfe.
Volt will diese Netzwerke gezielter für Ansiedlung und neue Selbstständigkeit nutzen. Denkbar sind regelmäßige Branchenabende für Tourismus, Handwerk, digitale Dienstleistungen, Gesundheit, soziale Innovation und nachhaltige Geschäftsmodelle. Ebenso sinnvoll wäre ein stärkeres Matching zwischen erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern, leerstehenden Flächen, jungen Gründerteams und Menschen, die aus anderen Regionen nach Goslar kommen möchten.
Ein gutes Netzwerk ist mehr als ein Veranstaltungskalender. Es muss Menschen zusammenbringen, die gemeinsam etwas bewegen können.
Verwaltung als Standortfaktor ernst nehmen
Digitale Gewerbemeldungen sind in Goslar bereits möglich. Das ist gut. Aber moderne Wirtschaftsförderung endet nicht bei einem Onlineformular. Für Unternehmen zählt, wie verlässlich, verständlich und schnell die Verwaltung insgesamt arbeitet.
Volt setzt sich deshalb für verbindliche Serviceziele bei wirtschaftsrelevanten Anliegen ein. Gründerinnen, Selbstständige und Unternehmen sollten wissen, wer zuständig ist, welche Unterlagen benötigt werden, wie lange ein Vorgang ungefähr dauert und wann sie mit einer Rückmeldung rechnen können.
Besonders hilfreich wäre ein transparenter Bearbeitungsstatus für zentrale Verfahren. Auch eine bessere Verzahnung zwischen Wirtschaftsförderung, Bauverwaltung, Ordnungsamt, Gewerbestelle und weiteren Stellen kann viel bewirken. Wer investieren will, braucht keine Sonderbehandlung – aber Planbarkeit.
Goslar besser nach außen verkaufen
Goslar ist touristisch bekannt. Doch wer als Gast kommt, denkt nicht automatisch daran, hier auch zu arbeiten, zu gründen oder ein Unternehmen aufzubauen. Genau darin liegt eine Chance.
Volt will, dass Goslar nicht nur als Reiseziel, sondern auch als Arbeits- und Gründungsstandort sichtbarer wird. Die Region kann Menschen ansprechen, die bewusst kleinere Städte, bezahlbarere Räume, Lebensqualität und Nähe zur Natur suchen. Gerade Selbstständige, digitale Dienstleister, kreative Berufe, Beratungsunternehmen, Handwerksbetriebe, Gesundheitsdienstleister und nachhaltige Geschäftsmodelle können von dieser Mischung profitieren.
Dafür braucht es ein gezieltes Standortmarketing: nicht allgemein, sondern konkret. Wer nach Goslar kommen soll, muss verstehen, warum Goslar für sein Vorhaben der richtige Ort sein kann. Dazu gehören echte Geschichten von Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Region, sichtbare Räume, klare Ansprechpartner, attraktive Workation-Angebote, niedrigschwellige Coworking-Möglichkeiten und ein einfacher Einstieg in die lokalen Netzwerke.
Bestehende Stärken zu Zukunftsfeldern machen
Goslar muss nicht versuchen, jede beliebige Branche anzuziehen. Erfolgreiches Standortmarketing beginnt mit den eigenen Stärken. Die Region hat Potenzial in Bereichen, die bereits heute sichtbar sind oder gut zu Goslar passen: Tourismus, Handwerk, Chemie, Dienstleistungen, Gesundheitswirtschaft, soziale Innovation, nachhaltige Sanierung, Kreislaufwirtschaft, digitale Arbeit und regionale Produkte.
Volt will diese Felder nicht gegeneinander ausspielen, sondern verbinden. Ein moderner Tourismus braucht digitale Buchungssysteme, Mobilitätsangebote, Gastronomie, Kultur, regionale Produkte und gute Gestaltung. Energetische Sanierung braucht Handwerk, Beratung, Planung und qualifizierte Fachkräfte. Eine älter werdende Gesellschaft braucht neue Gesundheits- und Pflegedienstleistungen, digitale Assistenz, wohnortnahe Angebote und soziale Innovation.
Wenn Goslar diese Themen bündelt, entsteht ein klares Profil: eine Stadt, in der Tradition und Zukunft zusammenkommen.
Unternehmertum früher sichtbar machen
Ein weiterer Baustein ist die Gründungskultur. Viele junge Menschen erleben Selbstständigkeit kaum als realistische Option. Dabei braucht eine Region nicht nur Fachkräfte, sondern auch Menschen, die Betriebe übernehmen, neue Angebote schaffen, Ideen ausprobieren und Verantwortung übernehmen.
Volt möchte Unternehmertum stärker in Schulen, Berufsschulen, Ausbildung und Jugendangebote bringen. Lokale Unternehmerinnen und Unternehmer könnten Einblicke geben, Schülerfirmen begleiten, Projektwochen unterstützen oder Praktika ermöglichen. Wer sieht, dass Menschen aus der eigenen Region erfolgreich etwas aufgebaut haben, traut sich eher, selbst den ersten Schritt zu gehen.
Das ist langfristige Wirtschaftsförderung: nicht erst helfen, wenn jemand gründen will, sondern früh zeigen, dass Gründen überhaupt möglich ist.
Unser Ansatz: bündeln, beschleunigen, sichtbar machen
Goslar hat bereits viele gute Ansätze. Genau deshalb wäre es falsch, so zu tun, als müsse alles neu erfunden werden. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, aus vorhandenen Bausteinen ein starkes Gesamtbild zu machen.
Volt will eine Stadt, in der Gründerinnen, Selbstständige und Unternehmen nicht lange suchen müssen, sondern schnell Orientierung finden. Eine Stadt, die Leerstand als Chance begreift. Eine Stadt, deren Verwaltung verlässlich und digital arbeitet. Eine Stadt, die ihre Netzwerke aktiv nutzt. Eine Stadt, die Menschen von außen nicht nur als Gäste begrüßt, sondern auch als mögliche GründerInnen, UnternehmerInnen und neue NachbarInnen.
Mehr Unternehmen bedeuten mehr Arbeitsplätze, mehr Vielfalt und mehr Gewerbesteuereinnahmen. Das stärkt die kommunale Handlungsfähigkeit und kommt am Ende allen zugute.
Goslar hat die Grundlagen. Jetzt müssen wir sie besser nutzen.