Rat verpasst es, die BOGESTRA zukunftsfähig und kund*innenfreundlicher aufzustellen - „Ein schlechtes Angebot wird andauernd teurer!“
„Die BOGESTRA plant erneut mit einem massiven finanziellen Loch von 94 Mio. EUR Tiefe und der Rat nickt dieses desaströse ‚Weiter-So‘ einfach ab“, kritisiert Dr. Volker Steude, Ökonom und Sprecher der Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt.
„Die BOGESTRA plant erneut mit einem massiven finanziellen Loch von 94 Mio. EUR Tiefe und der Rat nickt dieses desaströse ‚Weiter-So‘ einfach ab“, kritisiert Dr. Volker Steude, Ökonom und Sprecher der Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt. „Statt einer stadtverträglichen und klimafreundlichen Verkehrswende sank bei uns der ÖPNV-Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen von eh schon niedrigen 15,7% in 2013 und 15,1% in 2018 auf mickrige 13,3% in 2023. Ein schlechtes Angebot wird bei sinkenden Investitionen andauernd teurer - Das kann nicht gut gehen!“
Die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt hatte zur Ratssitzung am 05.02.2026 einen umfangreichen Antrag zur strategischen und konsequent kund*innenfreundlichen Neuausrichtung eingereicht. „Eine externe Beratungsgesellschaft soll ein umfangreiches Konzept zur Ausweitung des Nahverkehrsnetzes, Verbesserung des Angebots und den Einsatz von Automatiserungen vorlegen. Nur mit deutlich wachsenden Kund*innenzahlen lässt sich die BOGESTRA langfristig stabilisieren. Dazu muss der Fokus darauf gelegt werden, unseren ÖPNV für die Leute attraktiver zu machen, die bisher noch keine Fahrgäste sind“ , fasst Dr. Steude zusammen. „Auch die Bürger*innen wollen wir an dieser Entwicklung maßgeblich beteiligen und einen Fahrgastbeirat am Beispiel anderer Kommunen einrichten.“ Die STADTGESTALTER hatten bereits für die Entwicklung des P&R-Angebots in Höntrop eine Befragung der Pendler*innen beantragt - „Gerade hier hätte eine verbesserte ÖPNV-Anbindung leicht Verbesserungen für die Verkehrswende bringen können“ , so Dr. Steude.
„Mit der Gründung einer strategischen interkommunalen Gesellschaft wollen wir auch endlich das Zusammenwachsen des Nahverkehrs im Ruhrgebiet anstoßen. Damit legen wir eine Keimzelle, die ausdrücklich offen für die Beteiligung der Kommunen, der Verkehrsbetriebe und allen anderen Stakeholdern im Ruhrgebiet gestaltet wird. In den ersten Schritten stellen wir uns einen gemeinsamen Personal- und Expert*innenpool vor“, sagt Dr. Steude. „Ziel muss sein, ein einziges Nahverkehrsunternehmen für unsere Metropole zu schaffen, das Mehrfachstrukturen obsolet macht.“
„Bis auf zwei Ratsmitglieder der vierköpfigen UWG-Ratsgruppe gab es keine Unterstützung für unser Modernisierungsangebot“, kritisieren STADTGESTALTER/Volt. Besonders frustrierend sei, dass niemand anderes aus der Kommunalpolitik sich überhaupt die Mühe gemacht habe, eigene Ideen in den Rat einzubringen. „Bereits vor Kurzem haben uns lediglich die Einnahmen aus dem Verkauf der Steag beim Auffangen der BOGESTRA-Defiziten gerettet. Das Prinzip, dass die Einnahmen der Stadtwerke die Fehlbeträge des Verkehrsbetriebs auffangen, wird nicht mehr lange funktionieren. Im Rahmen der Wärmeplanung haben die Stadtwerke selbst erhebliche Investitionen zu schultern“, erklärt Dr. Steude.